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Ehe und Familie in Europa unter Druck

von WM (Kommentare: 0)

Am 30. Juni stimmte der Deutsche Bundestag der «Homo-Ehe» zu. Damit hat ein weiteres Land in Europa sich von der christlich geprägten Sicht der Ehe abgewandt. Traurig stimmt, dass dies im Jahr geschieht, wo man der Reformation gedenkt, die durch Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren ihren Anfang nahm.
Die Partei von Bundeskanzlerin Merkel, die Christlich Demokratische Union, wurde vom Antrag ihres Koalitionspartners SPD regelrecht überrumpelt. Angela Merkel als kühle Taktikerin hat der Abstimmung zugestimmt, da sie dem Thema im Wahlkampf keinen Raum geben wollte. Zudem waren die Vorrausetzungens für dieses Traktandum im Bundestag günstig. Die SPD zusammen mit den Grünen und der Linken hatte die Mehrheit.
Mit der Homo-Ehe wird gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit eröffnet, Kinder zu adoptieren. Somit wird das bisherige Verständnis von Ehe und Familie in unserem Nachbarland auf den Kopf gestellt. Als Hoffnung bleibt, dass das Verfassungsgericht im Fall einer Klage korrigierend eingreifen wird, denn das neue Gesetz verstösst gegen das gültige Grundgesetz (Verfassung), welche die Ehe als eine Verbindung von Mann und Frau definiert.
PACS als neue «Ehe light» in der Schweiz
Auch in der Schweiz stehen die vom christlichen Verständnis geprägten Institutionen Ehe und die Familie unter Druck. So plant die Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements, Bundesrätin Sommaruga, eine Revision des Familienrechts. An einer Diskussionsveranstaltung vom 22. Juni an der Universität Bern, wurde über die Einführung des PACS (Pacte civil de solidarité/ Ziviler Solidaritätspakt) debattiert. Frankreich hat 1999 den PACS eingeführt. Mit diesem Instrument soll es zwei erwachsenen Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ermöglicht werden, ihr Zusammenleben rechtlich zu definieren. Daraus ergeben sich nur Regeln für das Paar, jedoch keine familiären Verpflichtungen. 

Revision des Erbrechts

Als weiterer Angriffspunkt kann die geplante Revision des Erbrechts angesehen werden. Vorgesehen sind darin die Reduktion der Pflichtteile für Kinder und Ehegatten oder Ehegattin. Weiter soll der Pflichtteil für die Eltern ganz wegfallen. Als neues Element soll das Unterhaltsvermächtnis ins Erbrecht aufgenommen werden. Diese Regelung ist in der schweizerischen Rechtsprechung unbekannt.
Lebenspartner oder Lebenspartnerin sowie Stiefkinder, welche die verstorbene Person gepflegt oder versorgt haben, erhalten neu einen Anspruch an der Erbmasse. Dabei geht man von der Annahme aus, dass die im Haushalt lebende Person Lohnverzicht, Pflegeleistung oder gar einen Beitrag zur Lebenshaltung geleistet habe. Da keine familiäre Bindung besteht, ist kein Erbanspruch vorhanden, es sei denn, die verstorbene Person hat privatrechtlich durch eine testamentarische Begünstigung vorgesorgt.
Das vorgesehene Unterhaltsvermächtnis wird vor allem die Gerichte beschäftigen, weil dieses von den Betroffenen vor Gericht geltend gemacht werden muss. Somit wird einer Rechtsunsicherheit Vorschub geleistet und der Nährboden für Streit zwischen Familienmitgliedern und überlebendem Partner bzw. Partnerin ist gelegt. 

Zeitgeist als Legimitation


Für alle vorgesehenen Gesetzesanpassungen werden durch Regierung und Teile des Parlaments die gesellschaftlichen Veränderungen ins Feld geführt. Dabei werden auch die Einführung der registrierten Partnerschaft und die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare als Vorwand benutzt. Schlussendlich soll jede Form des Zusammenlebens vor dem Gesetz anerkannt und geschützt sein. Ein Gewissenskonflikt scheint bei den Politikern nicht zu bestehen. 

Abenddämmerung im christlichen Europa


Die Demontage christlicher Werte, wie sie Ehe und Familie darstellen, zeigt auf, dass Europa sich von seinen Wurzeln entfernt. Man wird an das Wort von Jesus erinnert, als er auf die Nacht hinweist, die kommen wird und in der niemand mehr wirken kann. Das fehlende Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und die zunehmende Unkenntnis der biblischen Grundlage führen Europa in die Dunkelheit. Für Christen wird Standfestigkeit und Unerschrockenheit zum Bekenntnis an Bedeutung zunehmen.
Wie die drei Freunde Daniels nicht bereit waren, sich vor dem Standbild Nebukadnezars zu verneigen und Gott höher achteten als alle weltliche Macht, so wird es für uns als Christen zum Entscheidungspunkt werden, welchem Gott wir dienen wollen. Halten wir am Bekenntnis fest, dass die Ehe als Verbindung von Mann und Frau und die Familie als Gemeinschaft mit den aus der Ehe hervorgegangen Kindern von Gott gegeben und unverrückbar sind? Es ist eine Frage der Zeit, bis das Einstehen für dieses Bekenntnis seinen Preis kosten wird.
Wenn auch die Nacht vorrückt, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass das Licht umso heller leuchten wird. Die Dunkelheit wird in der Gesellschaft Folgen haben. Menschen werden die Auswirkungen ihres Lebensstils spüren und das Glück nicht finden, welches sie sich wünschen. Da braucht es das leuchtende Leben von den Christen, welche den Suchenden das freimachende Evangelium von Jesus Christus nahebringen können. Wenn auch die Bedrängnis zunimmt: Möge doch der Mut und die Zuversicht auf Gott im gleichen Ausmass wachsen.

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