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Ehe und Familie – zwei bedrohte Institutionen

von WM (Kommentare: 0)

Noch kaum waren die Begriffe Ehe und Familie solchem Definitionsdruck ausgesetzt wie heute. Wo vor fünfzig Jahren ein allgemeiner Konsens bestand, ist dieser heute nicht mehr gegeben. Bislang war die Ehe eine klar definierte, vom Gesetz geschützte Verbindung zwischen Mann und Frau. Zur Familie wurde sie, wenn aus dieser Verbindung Kinder hervorgingen oder Kinder durch Adoption hinzukamen. Diese kleinste Zelle ist seit Generationen das Fundament einer Gesellschaft. Ihren Ursprung findet sie im Schöpfungsgedanken, als Gott den Menschen nach seinem Ebenbild schuf, als Mann und Frau. „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz“, können wir als Gottes Auftrag an die Menschen in Genesis 1 sehen.
Nicht nur im jüdisch-christlichen Kulturkreis geniesst die Familie eine besondere Stellung. Auch in anderen Kulturen war die Familie seit der Urzeit das tragende Element. Selbst in der republikanischen Zeit des römischen Reiches waren Ehe und Familie Eckwerte des Staates. Der Verfall dieser Werte machte Rom zum Koloss auf tönernen Füssen, der schliesslich zu Fall kam.


Eine Abstimmung mit Langzeitfolgen

Das laufende Jahr scheint ein Schicksalsjahr für diese beiden Säulen der Gesellschaft zu werden. Das Schweizer Stimmvolk hat am 28. Februar die Initiative «Für Ehe und Familie - gegen die Heiratsstrafe» mit 50.2% Nein (1‘664‘217) zu 49.8% (1‘609238) sehr knapp abgelehnt. Zustimmung fand das Begehren in 16.5 Kantonen und nur 6.5 lehnten es ab. Doch die Ballungszentren Zürich, Bern, beide Basel, Genf, Waadt, Graubünden und Appenzell Ausserrhoden hatten mehr Stimmkraft als der Rest des Landes. Die grossen Nein-Beschaffer waren Zürich und die Waadt, welche einen Nein-Stimmenüberhang von 98‘000 in die Waagschale warfen.
Die primär aufs Steuerrecht ausgelegt Vorlage, wollte ausserdem die Bundesverfassung mit einem Zusatz ergänzen, wonach die Ehe als eine Verbindung von Mann und Frau zu definieren sei. Die sehr knappe Ablehnung hat zur Folge, dass der Begriff Ehe weiter zum Politikum wird. Ebenfalls hat das Abstimmungsergebnis jene Kräfte nicht zum Nachdenken veranlasst, welche nach einer Umformulierung  des Ehebegriffs streben.
 

Neudefinition der Ehe

„Ehe für alle“ fordert der Zürcher Ständerät Daniel Jositsch in einem Text auf seiner Homepage. Schon die Überschrift verlangt: „Die Gleichbehandlung aller Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität, sollte in einem Rechtsstaat im Jahre 2015 kein Diskussionsthema mehr sein.“ Mitautoren sind die SP-Nationalrätin Chantal Galladé sowie der Zürcher SP-Gemeinderat Alan David Sangines (http://www.jositsch.ch/aktuell/41-nur-heterosexuelle.html). Diese Forderung wird auch von Vertretern anderer politischer Lager mitgetragen. Die Ehe soll für Gleichgeschlechtliche offen stehen, so verlangt es eine parlamentarische Initiative der GLP, welche von den Räten noch zu behandeln ist.
 

Adoption für alle


In der Frühlingssession hat der Ständerat als Erst-Rat der Revision des Adoptionsrechts zugestimmt. Damit soll die sogenannte „Stiefkindadoption“ für gleichgeschlechtliche Paare möglich werden. Ein Partner dürfte das leibliche Kind des andern adoptieren.
Wieder wird eine gesetzliche Regelung für eine sehr überschaubare Zahl betroffener Fälle geschaffen, die gesellschaftspolitisch einem Erdbeben gleichkommt. Dabei wird eine weitere umstrittene Thematik ins Rampenlicht gestellt: die Leihmutterschaft. Diese ist in der Schweiz verboten, doch mit der Revision des Adoptionsrechts bekommt diese Frage neue Brisanz.
 

Kinder für alle


Durch die Schöpfungsordnung ist es gegeben: es sind zwei Geschlechter notwendig, damit ein Kind entstehen kann. Die Frau ist dabei insofern im Vorteil, da sie das Kind zur Welt bringt. Sie braucht dazu einen Mann oder dessen Spermien. Einem Mann ist die Möglichkeit versagt. Er ist zwingend auf eine Frau angewiesen, die bereit ist die Schwangerschaft auf sich zu nehmen und nach der Geburt das Kind dem Mann zu überlassen. Die sogenannte „Leihmutterschaft“, wie das zuletzt  geschilderte Vorgehen genannt wird, ist in der Schweiz verboten.
 
Bekannt ist, dass sich ein homosexuelles Paar aus der Schweiz in den USA mittels Leihmutterschaft den Kinderwunsch erfüllt hat. Auch war am öffentlichen Rundfunk die Geschichte eines lesbischen Paares zu hören, welches mittels Samenspende zu einem Kind kam. Da es nun für Frauen leichter ist als für Männer, wird die politische Forderung nicht lange auf sich warten lassen, diese Diskriminierung zu beseitigen. Was früher die Erfüllung eines Wunsches war, scheint nun zu einem Recht zu werden, das man beanspruchen kann: das Recht auf ein eigenes Kind!
Kinder werden nicht mehr als Gabe Gottes angesehen, wie es im Psalm 127 zu lesen ist. Der Mensch besteht nun darauf. Hindernde Skrupel und Scham werden hinweggetan. Forschung und Technik machen es möglich.
Zwar haben diese Änderungsbestrebungen für die Ehe, Familie und Leihmutterschaft noch alle politischen Hürden zu überwinden bis sie Realität werden, doch wir stehen nahe davor. Die Abstimmung von Ende Februar zeigt, wie viel Aufwand nötig ist, um eine Mehrheit im Volk zu erlangen. Doch geht es bei diesen Fragen um das Fundament, auf dem unser Staatswesen ruht – Ehe und Familie.
 

Unverrückbarkeit von Gottes Schöpfungswillen.

Wenn wir Menschen auch Ordnungen mit Hilfe der Rechtfertigung eines Sachzwangs zu umgehen suchen, wird es uns nicht anders ergehen als der Gruppe von Pharisäern, welche mit dem Scheidungsrecht beschäftigt war. Sie suchten bei Jesus eine Zustimmung für triftige Scheidungsgründe. Er erinnerte sie an die Unverrückbarkeit des Ursprunges. „Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie als Mann und Frau schuf, und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und es werden zwei ein Fleisch sein. (…) Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Matth. 19,4‑6). Gott hat Ehe und Familie geschaffen. Wir tun gut daran, diesen Schöpfungswillen zu respektieren und zu behüten. (WM)

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