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Lebenslang lebenswert!

von cft (Kommentare: 0)

Ernst und Hedi Tanner (beide 1927)

Wir stehen in der Regel um 6:00 Uhr auf. Nach einer kurzen Lesung in «Leben ist mehr» und Gebet und anschliessendem Frühstück sind wir um 7:30 Uhr bei der Andacht und Besprechung mit den Mitarbeitern der Helimission dabei. Wir besorgen unseren Haushalt und einen Teil unseres Areals mit Blumen und Zierpflanzen. Meine Hauptaufgabe besteht darin, mich auf meine Predigtdienste in verschiedenen Kirchen und Gemeinden vorzubereiten. Vor allem bin ich für die Präsentationen der Helimission mit Film und Vorträgen in der Schweiz und in Deutschland unterwegs. Hedi begleitet mich seit Jahren gerne. Da sie selber nie am Steuer sitzt, fühlt sie ihre Verantwortung in der Hilfe und Aufmerksamkeit bei der Navigation. Die gemeinsamen Erlebnisse und Bekanntschaften sind für uns sehr wertvoll.
Ich, Hedi, bin eher nachdenklich und neige ein wenig zum Grübeln. Ernsts offene, frohe Art und sein kindlicher Glaube helfen mir, den Blick immer wieder aufwärts zu richten. Unsere vielseitigen Aufgaben lassen uns unsere geringen Altersbeschwerden von gelegentlichen Gelenkschmerzen problemlos ertragen.
Tägliche Kraft schöpfen wir aus den wunderbaren Versprechen Gottes wie z.B. in Jes. 46, 4: Bis in euer Greisenalter bin ich derselbe, und bis zu eurem Ergrauen will ich euch tragen. Ich habe es getan, und ich will auch fernerhin euch heben und tragen und erretten.
Durch meine Arbeit haben wir viele liebe Freunde, die uns schreiben oder uns auch besuchen. Wir fühlen uns in einer grossen Familie geliebt und getragen. Dass wir anderen Menschen helfen und sie ermutigen können, gibt uns viel Lebensfreude.
Ich bedaure die vielen Menschen, die sich durch »Exit» selbst umbringen. Die Tatsache, dass unser Schöpfer existiert und uns einmal zur Rechenschaft ziehen wird, ist sehr wichtig. Vor allem deshalb, weil er uns täglich seine Hilfe und seinen Trost anbietet. Ihn zu kennen macht das Leben lebenswert, auch im hohen Alter.
Wir durften unzählige Wunder und Gebetserhörungen erleben. Kürzlich hat sich Hedi mit der elektrischen Grasschere in den Daumen geschnitten. Mit erhobenem Arm und Geschrei kam sie zu mir. Ich liess sie sich hinlegen und betete. Bald legten sich die Schmerzen und heute ist der Daumen wieder in Ordnung.
Hoffnungsvoll blicken wir in die Zukunft. Wir singen viel miteinander, z.B.: «So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich.»

Myrtha Rüegg (1927)

„Ich weiss, dass mein Erlöser lebt!“
Als schwaches Kind durfte ich den Herrn Jesus Christus kennen lernen. Jetzt zähle ich 89 Jahre. In den vielen Jahren habe ich mit Gottes Hilfe schwere Krankheiten und Operationen durchgestanden. Das Altwerden ist trotz körperlicher Beschwerden schön, denn mein treuer Herr Jesus steht mir jeden Tag bei. Durch Sein Wort in der Bibel schenkt Er mir Friede und Freude in mein Herz. Jesus hat mich stets durchgetragen und mich mit Seiner grosszügigen Vergebung, Seinem Trost und Seiner Kraft beschenkt. Das ist meine Zuversicht, meine Hoffnung und Stärke.
Immer darf ich Seine grosse Liebe und Hilfe erfahren. So fühle ich mich geborgen in Ihm. Er ist mein treuer Freund. Im Altersheim darf ich noch eine kleine Hilfe für Behinderte sein und für arme Kinder in Rumänien und Indien stricke ich Halstücher. Trotz meinem 16%igen Augenlicht bemale ich Textilien für Kinder. Das alles ist ein Geschenk Gottes. Das Leben ist lebenswert. Gerne erfülle ich auch die Fürbitte für andere Menschen. Es erfüllt mich mit grosser Freude und Dankbarkeit, wie der Herr Jesus Gebete erhört. Seine Liebe, Treue, Gnade und Barmherzigkeit sind gross. Ich danke Gott und Seinem lieben Sohn, Jesus Christus, von ganzem Herzen.

Anne-Käthi Largiadèr (1935)

Als Teenager und junger Mensch dachte ich oft: „Ist das alles im Leben? Schule, lernen, lernen, ausgehen, tanzen, Kino, Theater, Konzerte, Freundschaften…“
In mir war eine Leere, ein Hunger, den ich mit Essen allein nicht stillen konnte. Später erfüllte mich die Arbeit als Pflegefachfrau mit Befriedigung - und doch fehlte etwas.
Als damalige Gemeindekrankenschwester (heute Spitex-Pflegefachfrau) wurde ich auch zu Selbstmördern gerufen, die ich waschen sollte. In jenen Räumen war “die Hölle los“; trotz Licht war es irgendwie finster. Da halfen alle Kerzen und Blumen nichts, es war trostlos!
Einmal wurde ich zu einem alten Mütterlein gerufen, um auch dieses nach ihrem Tod zu waschen. In jenem Zimmer herrschte tiefer Friede und göttliche Ruhe. Ich fragte ihre Tochter, welche anwesend war, ob die Mutter eine gläubige Christin gewesen sei. Diese bejahte meine Frage mit großer Freude!
Alt werden ohne Jesus Christus ist trostlos. Mit Jesus alt werden ist köstlich, trotz der verschiedenen Gebrechen und Nöte.
Täglich bin ich sehr dankbar, dass ich mir noch weitgehend selber helfen kann. Angebotene Hilfe aus meinem Umfeld nehme ich dankbar an und schätze sie. Natürlich kommen auch Ängste und Sorgen. Das Wort Gottes und der Austausch mit Gläubigen ist für mich der Ausweg. Auch habe ich viel Grund um einfach dankbar zu sein und Singen ist ein kostbares Mittel gegen Trübsal. Ohne Jesus und Sein Wort wäre ich bitter und unzufrieden. Je älter ich werde, umso mehr tauchen Versagen, böse Worte oder Taten der letzten 81 Jahren auf.
Aber jetzt weiß ich, wohin ich mit Schuld und Sünde hingehen kann um frei und froh zu werden. Denn: „Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat…“ Psalm 121.
Ihm gehört mein Leben. Täglich bin ich am Lernen bei Ihm zu bleiben.
Ich freue mich und bin dankbar, dass ich eine lebendige Hoffnung habe - jetzt für dieses kurze Erdenleben und dann für die Ewigkeit bei meinem Erlöser, Jesus Christus.

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