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Migration nach Europa und Christenverfolgung

von UH (Kommentare: 0)

Flüchtlinge sind nur ein Teil der Migration

Europa ist aktuell mit einem sehr starken Zustrom von fremden Menschen konfrontiert. Diese kommen aus dem Nahen und Mittleren Osten über Griechenland und den Balkan nach Zentraleuropa oder von Afrika über das Mittelmeer nach Spanien und Italien. Oft wird pauschal von Flüchtlingen gesprochen. Dieser Begriff führt aber in vielen Fällen in die Irre, da wir darunter Menschen verstehen, die fliehen, weil sie an Leib und Leben bedroht sind. Treffender wäre der Begriff „Migranten“, der ganz neutral den „Wandernden“ meint, als Oberbegriff zu verwenden. Darunter fallen grundsätzlich alle Menschen, die sich aus verschiedensten Gründen aus ihrer Heimat aufmachen, um sich dauerhaft oder für eine längere Zeit an einem fremden Ort niederzulassen. Viele dieser Migranten, die sich nach Zentraleuropa aufmachen, kommen aus Ländern, in denen sie nicht an Leib und Leben bedroht sind. Dies betrifft vor allem diejenigen, die sich aus Afrika aufmachen. Aber auch viele der Menschen, die aus dem Nahen und Mittleren Osten, speziell Syrien, Irak und Afghanistan, in Massen zu uns kommen, weichen vor den schlechten und instabilen Umständen in ihren Heimatländern. Diesen Menschen fehlen die Perspektiven in ihrer Heimat. Flüchtlinge hingegen, von denen es ebenfalls etliche gibt, verlassen ihre Heimat, weil ihr Leben in Gefahr ist. Die Christen sind zum Beispiel stark durch den IS (Islamischen Staat) in Libyen, in Syrien und im Irak bedrängt. Weil der Staat nicht mehr in der Lage ist, den inneren Frieden zu schützen und ein Leben in Freiheit zu gewährleisten, verlieren viele Christen in diesen Ländern ihre seit Jahrhunderten gewachsene und gefestigte Glaubensfreiheit und werden konkret am Leben bedroht. Solchen Menschen, ob sie nun zu uns kommen oder ob sie in der Heimat ausharren, sollte unmissverständlich unsere erste Hilfe und Zuwendung gelten.


Aufgaben des Staates

Der Staat hat primär die Aufgabe, die Sicherheit und Souveränität nach aussen und den Frieden im Innern zu schützen und zu gewährleisten. Er soll die Grundlagen schaffen, damit sich eine Zivilgesellschaft positiv entwickeln kann. Die Wirtschaft soll prosperieren und Innovation sich etablieren und entfalten können. Der Obrigkeit ist nach dem Neuen Testament das Schwert gegeben und die Gesetzgebung sowie Gerichtsbarkeit liegen bei ihr. Das Gute soll belohnt werden, das Böse muss bestraft sein (Röm. 13,4). Die Christen sollen gemäss Paulus für ihre Obrigkeit beten, „damit wir ungestört und in Frieden ein Leben führen können, durch das Gott in jeder Hinsicht geehrt wird und das in allen Belangen glaubwürdig ist“ (1. Tim. 2,2). Es ist die Aufgabe der christlichen Gemeinde, sich der Verkündigung und dem Dienst an den Armen, Kranken, Witwen und Waisen zu widmen und viele Sozialinstitutionen in unserem Land haben christliche Wurzeln und kamen durch die private Initiative von Christen zustande. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, allen ankommenden Migranten eine Bleibe zu beschaffen. Volksentscheide und bestehende Gesetze sollten durch die Regierung umgesetzt werden. Es kann für Migration aus wirtschaftlichen Gründen keine unbeschränkt offene Türe geben, welche dann die sozialen Probleme verschärft. Für Menschen, welche unsere christliche Werteordnung nicht akzeptieren können, darf es keine Möglichkeit geben, eine eigene Gesellschaftsordnung mit eigener Rechtsprechung zu etablieren. Gegen Muslime, die den Heiligen Krieg (Dschihad), ob mit oder ohne Gewalt in unser Land tragen wollen, müssen die ordentlichen Schutzmechanismen funktionieren. Die Mehrheit der aktuellen Migranten wird wohl keine Berechtigung für einen bleibenden Aufenthalt in der Schweiz in Anspruch nehmen können. Der weitaus grösste Teil der Menschen, die aus den Kriegswirren, z.B. in Syrien, fliehen müssen, hat nicht die Möglichkeit und die Mittel, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Diese Menschen leben unter schwierigen, teilweise untragbaren Bedingungen in Lagern in der Region. Jeder eingesetzte Franken kann vor Ort ein Vielfaches an Hilfeleistung von dem bewirken, was er hier in Europa bei Flüchtlingen ausrichtet. Das Asyl gilt traditionell dem Schutzbedürftigen, der wegen seines Glaubens, Gewissens oder seiner Herkunft um sein Leben oder seine Freiheit fürchten muss. Die Schweiz war im Lauf der Zeit immer wieder in der Lage, nicht ohne Segen, solchen Menschen den notwendigen Schutz zu gewähren.


Christenverfolgung

In manchen arabischen Ländern in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten gibt es für Christen keine Glaubensfreiheit. Gemäss dem Weltverfolgungsindex der verfolgten Christen von Open Doors ist der radikale Islam in 35 von 50 indexierten Ländern dafür verantwortlich und damit mit Abstand der grösste Verursacher. Araber, welche Christen werden, haben in arabischen Ländern zum Teil das Schlimmste zu befürchten. Der IS dringt in Gebiete vor, wo Christen seit Jahrhunderten in Koexistenz mit Muslimen zusammenleben und beginnt eine systematische Verfolgung dieser Menschen und ihrer Gemeinden. Viele Christen harren in ihrer Lage aus, solange es möglich ist. Es ist die Aufgabe der christlich geprägten Staaten, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Einfluss zu nehmen für einen wirksamen Schutz der Verfolgten. Aber auch private Hilfe und Unterstützung vor Ort ist von Nöten. Die HMK (Hilfe für Mensch und Kirche) berichtet, dass sie in Syrien und Irak regelmässig 40‘000 Inlandflüchtlinge über lokale Organisationen mit Hilfsgütern und medizinischer Versorgung unterstützen. Oft sind es gerade die bedrängten Christen, welche uneigennützig die Hilfe an ebenfalls in Not geratene Muslime weitergeben. Diese Glaubensgeschwister benötigen unsere uneingeschränkte Solidarität und unsere Unterstützung. Unter den Repressionen leiden letztendlich nicht nur die Christen alleine. Auch für Muslime sind die Lebensbedingungen alles andere als gut und es gibt immer wieder Berichte, dass unter der Oberfläche das Evangelium Jesu Christi, welches auf teilweise erstaunlichen Wegen ins Land kommt, auf fruchtbaren Boden fällt.


Unser Beistand ist gefragt

Christen in Europa sollten zu ihrem Glauben stehen und zu einer wirksamen Verkündigung des Evangeliums beitragen. Gerade jetzt, wo viele Migranten in unser Land gelangen, können Mittel und Wege gesucht werden, um offene Türen zu finden, auch wenn viele staatliche Institutionen keine offene Evangelisation dulden. Persönliche Beziehungen und Gespräche lassen sich nicht an die staatlichen Stellen delegieren. Dies könnte eine Aufgabe für christliche Gemeinden werden. Der Umgang mit Migranten kann fordernd sein, denn unterschiedliche Kulturen und Ansprüche prallen aufeinander und entladen sich. Wir sollten nicht vergessen, dass kaum ein Migrant den Weg zu uns ohne Not auf sich nimmt. Menschen, die in diesem Umfeld arbeiten und Migranten können wir in das Gebet einschliessen. Projekte für die Arbeit mit Migranten können auch materiell unterstützt werden. Vor allem verdienen aber die verfolgten Christen in den betroffenen Ländern unsere Anteilnahme und Unterstützung. Sie leiden wegen ihres Glaubens und vertrauen in ihrer Situation auf Gott. In schwierigsten Umständen verlieren sie ihre Hoffnung nicht und werden uns so zum Vorbild in ihrem Glauben.


Weiterführende Infos über verfolgte Christen www.agr-glr.ch

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