Am 4. Oktober 2011 wurden im „Haus der Kantone“ in Bern die 91'816 Unterschriften zur Petition gegen die Sexualisierung der Volksschule eingereicht. Eine stattliche Anzahl von Familien mit ihren Kindern und die Mitglieder des Petitionskomitees trafen sich in Bern, um die Unterschriftenbögen der Erziehungsdirektorenkonferenz zu überreichen. Auch von cft war eine Delegation mit ihren Familien vertreten. Das Komitee erinnerte bei dieser Gelegenheit die Vertreter der EDK, dass diese ihre politische Verantwortung, wie versprochen, wahrzunehmen habe. Diese hohe Zahl von Unterschriften übertrifft alle Erwartungen und ist als regelrechter Erfolg zu werten. Ein erster Markstein gegen verfehlte Auswüchse in der aktuellen Bildungspolitik wurde damit gesetzt! Es zeigt, dass sehr viele Bürger eine frühzeitige Aufklärung ab dem Kindergarten nicht goutieren. Auf der Strasse reagierte manch eine Person mit Unverständnis und Abscheu auf die beschämenden Bilder aus dem Aufklärungsbuch, welches diesen Sommer für Basler Kindergärtner eingeführt wurde. Unfreiwillige Unterstützung erhielt die Petition durch einen Entscheid der Post. Deren Rechtsdienst untersagte den Versand von Petitionsbögen in Basel-Stadt mit Abbildungen aus dem besagten Aufklärungsbuch, da der Inhalt „pornografisch und anstössig“ sei. Die Auslieferung wurde kurzerhand gestoppt. Aber die Basler Bildungsverantwortlichen sind der Ansicht, dass die Kinder mit solchen Mitteln zwingend und ausnahmslos aufgeklärt werden müssen.

Verharmlosung und falsche Unterstellungen
In einem Interview stellte die Zürcher Regierungsrätin und Präsidentin der deutschschweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) fest, dass der Sexualkundeunterricht im Lehrplan 21 nicht für den Kindergarten vorgesehen sei. Auch das Vermitteln von sexuellen Praktiken gehöre nicht zum Auftrag der Schule (NZZ, 27.8.11). Zusammen mit der Aussage der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), dass das Grundlagenpapier des Zentrums Sexualpädagogik der PHZ Luzern für die Ausgestaltung des Lehrplanes nicht verpflichtend sei, entsteht der Eindruck, dass man das ganze Thema in der Öffentlichkeit relativieren will. Der Dachverband der schweizerischen Lehrerinnen und Lehrer (LCH) geht noch weiter und unterstellt der Petition das Gegenteil von Kinderschutz: sie würde „unaufgeklärte Kinder und Jugendliche direkt in die Hände von Pädophilen ausliefern und zu einem Anstieg von Geschlechtskrankheiten und Teenagerschwangerschaften führen, wie sie in bigott-prüden Milieus in den USA zu beobachten sind“ (Stellungnahme der GL LCH, 22.8.11). Hier wird rhetorisch aufgerüstet und der Petition bewusst falsche Motive unterstellt, um sie im Abseits erscheinen zu lassen. Dem ist aber nicht so und die Petition prangert richtigerweise die Auswüchse einer enthemmten Sexualpädagogik an, welche zu einem guten Teil ideologisch motiviert sind. Das zeigt nur schon ein kurzer Blick auf das Aufklärungsmaterial, welches den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird. Das Kompetenzzentrum der PHZ verantwortet eine Internet-Plattform mit zu empfehlenden Materialien, welche nur schon vom Titel her beschämen (z.B. „Geiler Scheiss“ oder „Schnäbi“), das bereits erwähnte Aufklärungsbuch der Basler Behörden wird ebenfalls für die Basisstufe (d.h. ab dem Kindergarten) empfohlen. Die Stadtzürcher Behörden unterstützten eine Internet-Plattform, welche Jugendlichen Anleitungen zu sexuellen Handlungen jeglicher Art gibt. „Am besten stellt ihr euch ein breites Menu zusammen“, ist da etwa zu lesen. Und dann folgen detaillierte Beschreibungen für sexuelle Praktiken, die freie Partner- und Geschlechtswahl propagieren.

Personelle Verflechtungen
Im Hintergrund der diversen staatlichen und privaten Institutionen, welche sich durch diese neue Art der Sexualpädagogik stark machen, tauchen immer wieder dieselben Namen auf. Die Weltwoche kommt in ihrem fundierten und lesenswerten Artikel „Porno für Kindergärtler“ zum Schluss, dass es gemeinsame Wurzeln der Aidsaufklärung und der Sexualpädagogik in der Schwulen- und Lesbenbewegung gibt (Weltwoche Nr. 40/11, 6.10.11). Personen aus dieser Bewegung betreiben seit Jahren ein ideologisches Lobbying und aktives Handeln für ihre Anliegen. Immer wieder taucht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf. Als Vehikel dienen ihnen Gesundheitsprogramme und die Sexualaufklärung für Kinder und Jugendliche. Darum ist es notwendig, dass hier laut und vernehmbar Gegensteuer gegeben wird. Die Petition war notwendig und die über 90‘000 Unterschriften sprechen für sich. Die EDK hat für den Januar 2012 eine schriftliche Antwort versprochen. Es ist anzunehmen, dass diese aus christlicher Sicht nicht befriedigend ausfallen wird. Darum werden weitere Schritte erfolgen müssen. Was aus den zurzeit laufenden Überlegungen in den verschiedensten Kreisen folgen wird, ist noch offen. Eine mögliche politische Folge der Petition könnte eine Volksinitiative zur Sexualpädagogik sein. Cft wird auf jeden Fall dranbleiben.

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