Blog – The Bishop of Cramer (Auszug)

Man zögert das Wort ‚böse’ auf Gesetze anzuwenden, die von wohlwollenden Politikern in Verbindung mit der liberalen Demokratie öffentlich bekannt gegeben werden, die durch die Konstitution gecheckt und abgewogen werden mit allem, das uns die Erfahrung und der Verstand ermöglicht. Aber Belgiens Vorschlag, jegliche Altersbeschränkung auf das ‚Recht zu sterben‘ abzuschaffen, muss sicherlich einer der bösesten und verdammungswürdigsten Erlasse in der Geschichte des Christentums sein.

Natürlich besteht das belgische Parlament darauf, dass nur unheilbar kranke Kinder mit großen Schmerzen dieses Recht haben werden und sie werden wahrscheinlich auf die Niederlande verweisen, wo Kinder von 12 Jahren aufwärts bereits entscheiden können, wann und wie sie sterben. Aber Belgien ist das erste Land der Welt, das Altersbeschränkungen völlig beseitigen will. Können 6-jährige Kinder wirklich das ungeheure Ausmaß der Entscheidung, ihr Leben zu beenden, verstehen? Ist die Reise in ein unbekanntes Land nicht einfach ein unglaublich großes Abenteuer, indem man mit Peter Pan durch den Himmel segeln, mit dem Weihnachtsmann im Schnee spielen oder mit ‚Meinem kleinen Pony‘ für immer glücklich leben kann?

Der Vorschlag wurde vom belgischen Senat verabschiedet und hat den Segen des Justizausschusses. Es scheint, als ob eine Allianz der Links-Liberalen und Grünen einer der Rechten und der römisch-katholischen Kirche gegenüber steht. In unserer immer aufgeklärteren Europäischen Union wissen wir, wie diese Kämpfe für gewöhnlich enden. Das Einzige, was noch fehlt, um das Gesetz rechtsgültig zu machen, ist die Unterschrift von König Philippe, eines Römisch-katholischen aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Dies wird als eine konstitutionelle Formalität angesehen: es wird sich zeigen, ob sein Glaube echt ist oder nur dem Namen nach besteht; wie er sein Gewissen und die offizielle Lehre des kirchlichen Lehramtes in Einklang bringt.  

Befürworter bestehen darauf, dass das Recht der Minderjährigen zu sterben mit den strengsten Bedingungen eingeschränkt wird. Und das Gesetz sagt klar, dass das Kind „in einem hoffnungslosen medizinischen Zustand konstanten und unerträglichen Leidens sein muss, welches nicht gelindert werden kann und welches kurzfristig zum Tode führen wird“. Das ist also sehr eindeutig. Und offensichtlich kann das Kind nicht wählen zu sterben ohne die Zustimmung der Eltern. Das ist demnach noch besser.

Aber es wird nicht lange dauern, bis „hoffnungsloser medizinischer Zustand“ ausgeweitet wird auf die, deren Krankheiten auch nur den kleinsten Schimmer der Hoffnung bieten; und es ist unvermeidbar, dass „konstantes unerträgliches Leiden“ letztendlich psychische Störungen und geistige Probleme mit einbeziehen wird. Und was passiert in den Fällen, in denen Eltern sich uneinig sind über das Ausmaß der Krankheit ihres Kindes, und was, wenn sie getrennt oder geschieden sind? Und was ist mit Freunden, Vormündern oder Großeltern?

Ist es nicht vorstellbar, dass Eltern, die von Trauer und Sorgenlast überwältigt, unter riesigem Stress und am Ende ihrer Fähigkeit sind, mit der Situation fertig zu werden, eventuell ihr Kind davon überzeugen, dass es besser ist, im Himmel zu sein?

Das Gesetz setzt voraus, dass das Kind „die Fähigkeit zu unterscheiden beweisen muss und zum Zeitpunkt des Wunschausspruches bei Bewusstsein sein muss“.

Wie viel Unterscheidungsfähigkeit besitzt ein Kind? Spricht, versteht und denkt es nicht wie eben ein Kind es tut? Wie kann ein leidendes Kind ein objektives Urteil über die Beendung seines Lebens fällen, wenn es ihm nicht einmal erlaubt ist abzustimmen, zu rauchen oder Alkohol zu kaufen? Wer beurteilt diese Fähigkeit der Unterscheidung? Wer beurteilt objektiv die eigene Subjektivität? ... (Übersetzt von MB)

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