Familie im Kreuzfeuer

„Wir glauben, dass die Familie (ein Mann und eine Frau, verheiratet und deren Kinder) die Grundlage einer gesunden Gesellschaft bildet, wenn zwischen Mann und Frau, Kindern und Eltern eine Beziehung auf dem Fundament der Heiligen Schrift besteht."

Der achte Punkt der Richtlinien von Christen für die Wahrheit (cft) war das Thema der Jahreskonferenz 2007 vom 31. März: „Familie im Kreuzfeuer". Kreuzfeuer - woher? Kreuzfeuer - warum? Kreuzfeuer - was tun? Antworten zu diesen und ähnlichen Fragen hatte die Einladung versprochen. Cft-Präsident Jürg Läderach betonte gleich zu Beginn, wie wichtig das Thema Familie gerade auch unter Christen sei. „Die Welt sehnt sich nach Leitung und Vorbild."

Vom Ursprung des Kreuzfeuers

Felix Huwiler, Präsident des Neuen Rütlibundes, ging in seiner Begrüssung der Ursache des ramponierten Familienbildes nach: Steigende Scheidungsraten, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Sterbehilfe, Single-Haushalte, unbezahlbare Sozialwerke – Ursprung dieser Entwicklungen ist laut Prof. Graf von Brandenstein die Befreiungsbewegung der 68er-Jahre. Die jungen Stürmer und Dränger von damals, die Lebenseinstellungen wie „Werde glücklich ohne Gott" oder „Löse deine Bindungen" propagierten, sind die Lehrer, Künstler und Staatsmänner von heute.

Familienwerte im Kreuzfeuer - ein Prinz über das attackierte Gottesmodell "Familie"

Allem Kreuzfeuer zum Trotz: die Familie gibt es nach wie vor, selbst solche mit blauem Blut. Aus einer solchen berichtete Prinz Philip von Preussen, für diesen Tag extra angereist aus Berlin, nicht mit Kutsche und Krone, sondern mit Jet und Jackett. Der Urenkel Kaiser Wilhelms II. sieht die Familie nicht nur als das Lebensmodell schlechthin, sondern auch als Gottes Modell für „Leben im Überfluss" (nach Joh 10, 10).

Doch weshalb teilt kaum jemand mehr diese königliche Einstellung? Die meisten jungen Männer im besten Alter scheinen Kinder zu haben eher als Super-GAU für die persönliche Freiheit zu empfinden anstatt als erfüllendes Lebensmodell. Warum „schrumpft Deutschland in die Krise", wie eine Tageszeitung titelte? – Die heutige Gesellschaft benachteiligt die Familie. Sie favorisiert die berufstätige Mutter. „In der Schule erkenne ich die Auswirkungen davon", meint Prinz Philip, Lehrer einer deutschen Einstiegsklasse. Die Kinder sind wohl finanziell gut versorgt, nicht aber emotional. Betreuungskosten für Kinder lassen sich – im Gegensatz zu sonstigen Auslagen – nicht von den Steuern abziehen, ein Ehepaar mit Hunden findet leichter eine Wohnung als eine Familie mit Kindern. Der plakative Spruch „Schweine grossziehen ist volkswirtschaftlich sinnvoll, Kinder erziehen offensichtlich nicht" scheint treffender denn je. 50 Prozent aller deutschen Akademiker werden nicht Väter, 35% aller deutschen „Familien" bestehen aus wilden Ehen mit teils fremden Kindern oder aus allein erziehenden Müttern. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt bei 1.66, wobei 2.1 Kinder nur schon für die Konstanthaltung der Bevölkerungszahl nötig wären. Mehr als zwei Kinder haben jedoch nur 12% aller Deutschen.

Die Folgen dieses Trends zur Ein-Kind-Familie sind vielfältig: So sind etwa die Sozialwerke, insbesondere die Altersvorsorge, gefährdet. Um diese Systeme in Balance zu halten, fehlen unserem nördlichen Nachbarn rund 300’000 Menschen pro Jahr. Der Vergleich dieser Zahl mit den Abtreibungszahlen ist ebenso aufschlussreich wie erschütternd: 250’000-300’000 Kinder werden in demselben Land jährlich abgetrieben. Doch die Medien schweigen. Die Folgen sind nicht nur von moralischer Tragweite, sondern auch von wirtschaftlicher Art: weniger Kinder bedeutet weniger Know-how, weniger Investitionen und weniger Arbeitskräfte. So bezeichnete Prinz Philip die Mode, nur ein Kind zu haben, denn auch als „das grösste unsolidarische Verhalten".

Wichtiger als ein konsequentes Vorgehen gegen Abtreibungsärzte sei nun aber, „ein Klima der Liebe" zu schaffen. Kinder, die in einem geschützten, liebevollen Umfeld aufwachsen, werden eher den Mut haben, selbst eine Familie zu gründen. Denn der optimale Ort, um auf die Gesellschaft vorbereitet zu werden, ist immer noch die Familie. Hier lernt ein Kind zu teilen, Kompromisse zu machen, Ungerechtigkeit zu ertragen, hier darf es auch mal einen Fehler machen ohne die Kündigung zu befürchten, hier ist es sozial abgesichert: der krasse Gegensatz zur rauen Leistungsgesellschaft also. In einer Umfrage unter Topmanagern gab die grosse Mehrheit an, ihre Führungsfähigkeiten mehrheitlich zu Hause erworben zu haben. Und gerade weil die Familie die Wiege des bürgerlichen Lebens ist und damit oft auch christliche Werte verbunden sind, passt sie nicht mehr in den Zeitgeist.

Doch die Familie ist nicht nur ein rein rational sinnvolles Lebensmodell, sondern sie ist letztlich Gottes Modell. Wer dies begreifen will, muss den Eindruck aufgeben, Gott sei ein Spielverderber, wenn er uns die „Bürde" der Familie auflädt. Alles, was Gott uns gebietet, tut er aus Liebe zu uns. Er will das Beste für uns. Dazu dient auch sein Gottesmodell „Familie." Er hat uns geschaffen als Mann und Frau und gab uns den Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch" (1. Mose 1, 28). Anders klappt es nicht mit der Vermehrung und das ist auch gut so. Kinder reifen in einer Familie zu Persönlichkeiten heran, sie bekommen das Männlich-Väterliche und das Weiblich-Mütterliche mit auf den Weg. „Es liegt herrlicher Segen darauf, wenn wir Gottes Modell von ‚Familie’ ergreifen", kann der selbst sechsfache Vater bestätigen.

Wer nun diesen Schritt wagt, wird unweigerlich ins Kreuzfeuer geraten. Es können Attacken von aussen, aber auch Anfechtungen von innen sein. Zudem wies Prinz Philip auf die Gefahr einer falsch verstandenen Frömmigkeit, einer Tod bringenden Gesetzlichkeit hin, welche das eingangs erwähnte Leben im Überfluss (Joh. 10,10) im Keim zu ersticken droht.

Doch das Kreuzfeuer aus den unterschiedlichsten Mündungen soll uns nicht verunsichern, im Gegenteil: „Als ich heute morgen im Flugzeug sass, war es draussen 56 Grad minus." Genauso sind wir in Gott geschützt vor äusseren Widrigkeiten. Was können Sportler mit ihrer Willenskraft nicht alles erreichen? Umso mehr wir Christen: „Wenn wir unser Mögliches tun, dann hilft Gott uns auch."

Kreuzfeuer in der Familie - ein Polizist über die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen

Zivilstand verheiratet, Familienvater, von Beruf Gesetzeswächter: Daniel Hunziker, der zweite Hauptredner, während etlichen Jahren im Streifen- und später Zentralendienst am Notruftelefon 117, ist Augen- und Ohrenzeuge von zahlreichen Missständen in Familien und unter Jugendlichen geworden. Offen und ehrlich gab er an der cft-Tagung Einblick in oft verdrängte, aber erschreckende Realitäten unserer Gesellschaft.

Das Teilgebiet des Kantons Zürich, welches Daniel Hunziker betreut, umfasst rund 800’000 Menschen. 12’000 mal täglich greift einer davon zum Telefon und wählt die Nummer 117, 180 mal muss die Polizei ausrücken. In Erinnerung blieb Daniel Hunziker jener Einsatz, der ihn zu einer allein erziehenden Mutter führte. Deren zehnjähriger Sohn war vollkommen ausgerastet. Sie hatte ihn zurechtgewiesen, da schlug er zu, verwüstete die Wohnung und türmte, als er erfuhr, dass die Polizei im Anmarsch war. Der Polizist war verblüfft über die Verwüstung, die er antraf: „Wie kann ein Zehnjähriger diese Tür aus den Angeln heben?", dachte er. Die Mutter klagte: „Wenn sich mein geschiedener Ehemann doch wenigstens um unseren Sohn kümmern würde!" Das besondere Beispiel passt zum Allgemeinen: Jugendliche respektieren die Eltern nicht mehr, kommunizieren mit ihnen auf tiefstem Niveau, gar Tätlichkeiten sind keine Seltenheit. Immer öfter brennen Kinder durch. „Warum verlassen sie denn das vertraute Umfeld?", fragt sich Daniel Hunziker. „Ist es vielleicht gar nicht mehr so vertraut?" Einer seiner Berufskollegen sieht genau darin das grössere Übel: „Die Gewalt auf dem Schulhausareal ist nicht das grosse Problem, das haben wir im Griff. Das Problem ist das Desinteresse der Eltern an ihren Kindern."

Gewalt bleibt nicht zu Hause, sie zeigt sich auch in der Schule. Immer öfter seien Lehrer konfrontiert mit psychischer, aber auch physischer Gewalt, so Daniel Hunziker. Einmal habe ein Kollege von ihm, ein Sozialarbeiter, einen Schulhofkrieg erst durch einen schriftlichen „Friedensvertrag" zwischen den verfeindeten Schüler-Parteien schlichten können. Generell ist die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen gestiegen: Wurde früher bei Meinungsverschiedenheiten der Stärkere in einem Ringkampf ermittelt, so lässt der Stärkere heute oft erst von seinem Opfer ab, wenn dieses reglos daliegt. Ein weiterer trauriger Trend in Schulen sind die Drohungen. „Jeder vierte oder fünfte Anruf hat damit zu tun", so der Polizist aus der Telefonzentrale. Drohungen werden immer unbedenklicher ausgesprochen, neu auch über Chat oder Handy. Die modernen Kommunikationsmittel werden auch zu einer Steigerungsform der üblen Nachrede missbraucht: statt über die Freundin zu tratschen, schicken sich Mädchen peinliche Handybilder einer dritten zu, aufgenommen etwa in der Schwimmbad-Garderobe beim Umziehen.

Gewalt bleibt nicht in der Schule, sie zeigt sich auch in der Freizeit: Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe sind traurige Schlagzeilen gerade der letzten Monate. Auch die Sorgfalt gegenüber fremdem Eigentum sinkt zunehmend, Vandalismus ist „in". Doch das Umfeld der Anonymität macht die Eindämmung dieser Mode schwierig. Kennt die Polizei den Täter im konkreten Fall nicht, ist sie machtlos.

Gewalt kommt nicht von ungefähr. Die Ursachen der Jugendgewalt sind vielfältig: kein Geld, keine Arbeit, Frust, Langeweile, Gewalt aus Fernsehen, Videospielen oder Filmen, die zunehmend anonyme Gesellschaft – all dies trägt zur misslichen Lage der jungen Generation bei. Doch Daniel Hunziker ist auch überzeugt: „Die Jugendgewalt steht in Verbindung mit der Familiensituation." Es werden keine Werte mehr mitgegeben. „Wie kalt und leer ist es in unseren Häusern geworden?"

Mehr als ein Abenteuer - ein Missionsleiter über das Spannungsfeld "Beruf - Familie"

Obschon Sohn des Gründerehepaars der Helimission, brauchte es einiges, bis Simon Tanner ein Ja hatte zur Berufung, in die Fussstapfen seiner Eltern zu treten. „Zehn Jahre lang war ich ein Rebell." Doch danach habe sich sein Leben durch Gottes Gnade so sehr verändert, dass ihn seine Freunde wohl kaum wieder erkennen würden. Der gelernte Helimechaniker ist überzeugt, dass das Vorbild seiner Eltern prägend war: „Die Saat, welche die Eltern in einen hineinlegen, geht auf."

Heute ist Simon Tanner Leiter der gesamten Helimission und somit nicht nur verantwortlich für die neun Helikopter, sondern auch für die Piloten und Mitarbeiter. Die Helimission hat bei anderen Hilfswerken wie etwa dem roten Kreuz einen hervorragenden Ruf, denn oft haben diese keine eigene Logistik, was die Helimission zu einem gefragten Partner macht, wenn es um die Verteilung von Hilfsgütern und Medikamenten oder die Absetzung von Ärzten geht. Bei solchen Einsätzen – junges Beispiel etwa die Hilfe in den Tsunami-Gebieten – ergeben sich immer wieder wunderbare Gelegenheiten, die Menschen nicht nur mit Nahrungsmitteln sondern auch mit lebendigem Wasser zu versorgen.

Ein immenses Aufgabenfeld also für Simon Tanner. Doch dieser weiss: „Es ist gut, wenn man Aufgaben erfüllen muss, denen man nicht gewachsen ist. So weiss man, dass man den Herrn braucht." Der Redner ist jedoch nicht nur Missionsleiter, sondern auch Ehemann und mehrfacher Familienvater. Wie bringt er Familie und Beruf unter einen Hut? – Entscheidend seien nicht sture Regeln. Viel wichtiger sei es, Frieden zu haben über jede Entscheidung, die man treffe. „Man muss immer wieder den Herrn fragen: ‚Was ist jetzt dran?’" Unabdingbar dafür sei eine lebendige Beziehung mit Ihm. Die Familie sehe er jedoch nicht nur als Verantwortung, sondern auch als Freude. „Gerade in der heutigen Zeit, in welcher die Familie gar nicht mehr hoch geachtet wird, führe ich eine Familie mit Stolz." Frau und Kinder füllen ihn denn auch so sehr aus, dass er nebenbei keine weiteren Hobbies braucht.

Für die grosse Familie der Helimission hat Simon Tanner eine klare Vision: Möglichst bald die letzten Stämme erreichen, damit auch sie Gottes Wort hören.

Heile Familie - eine Utopie?

Diese Frage stellte sich Fränzi Stegen-Huber, selbst Mutter von vier Kindern. Sie ist aufgewachsen in Riehen (BL), ist diplomierte Lehrerin und arbeitet heute als Missionarin in Südafrika vor allem unter Teenagern und jung verheirateten Frauen.

Während ihrer Vorbereitung fragte sie auch ihre eigenen Kinder: „Gibt es heile Familien?" Erfreulicherweise bejahten alle die Frage. Und als sie dann noch nachfragte, was es denn für eine heile Familie brauche, fielen Stichworte wie Ehrlichkeit, Offenheit, Respekt, einander lieb haben, alles christliche Eigenschaften also. „Heile Familie ist nur mit Gott möglich."

Schon das erste Kapitel der Bibel macht es ganz klar (1. Mose 1, 27-28): die Familie ist keine menschliche Erfindung, sondern „ein Produkt der kreativen Schöpfung Gottes". Daher fragt man auch am besten den Hersteller selbst, wie mit dem Produkt umzugehen. Ratschläge und Anweisungen aus der Bibel, so etwa aus Epheser 5,22 – 6,4, fasste Fränzi Stegen in dem ebenso praktischen wie anschaulichen Vergleich mit einer Kaffeetasse zusammen:

Die Tasse verglich sie mit dem Mann: Er muss seine Familie lenken, leiten und sie versorgen können, sowohl materiell als auch geistlich. Offensichtlich nützt eine Tasse nichts, wenn sie leer ist. Der Mann ist also herausgefordert, stets gefüllt von oben zu sein.

Der Untertasse gleicht die Frau. Sie befindet sich unterhalb der Tasse – wäre es umgekehrt, so könnte man nicht mehr aus dieser trinken. Sie unterordnet sich dem Mann, steht ihm bei, ergänzt ihn, betet für ihn und ist seine Gehilfin. Sollte es einmal brodeln in der Tasse oder gar ein Teil des Inhalts überschwappen, so fängt die Untertasse alles auf. „Wohin geht die Tasse, wenn man die Untertasse hochhebt?", fragt Fränzi Stegen. Die Frage verdeutlicht: Frauen beeinflussen ihre Männer. Doch in welche Richtung?

Die Kinder schliesslich sind die Teelöffel der Metapher: Sie sollen die Süsse des Zuckers in die Tasse hineinbringen, nichts Saures oder Bitteres. In dem Lebenstraining „Familie" lernen sie, den Eltern zu gehorchen und sie zu ehren im Herrn: Rüstzeug für ihr geistliches Leben also. Dies führt zur Frage der Erziehung: Wann soll sie beginnen? „Am besten so früh wie möglich", meint Fränzi Stegen und verrät, dass auch sie als junge Mutter unsicher war. Geholfen habe ihr ein Tipp ihres Mannes: „Kindererziehung besteht letztlich nicht aus Gesetzen, sondern es ist eine Sache zwischen Gott und dir." Es ist äusserst wichtig, eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen, sich für sie Zeit zu nehmen. Nur wenn ein Vertrauen vorhanden ist, teilen die Kinder ihre Probleme mit den Eltern. Der Trend zum „Outsourcing" mag zwar in der Wirtschaft funktionieren, nicht aber in der Erziehung. Die Verantwortung für die Kinder kann den Eltern keine Schule, keine Gemeinde und keine Kinderkrippe abnehmen. Und was die Pädagogik gezeigt hat, gilt auch für die Erziehung: Kinder lernen viel mehr durch Zusehen als durch Zuhören. Verhält sich ein Kind nicht richtig, so hilft es, wenn sich die Eltern zuerst überlegen, ob ihr eigenes Vorleben etwa mit dem Verhalten des Kindes in Verbindung steht. Das Beispiel der Tasse verdeutlicht weiter auch die Position des Kindes: Der Teelöffel kann in der Tasse oder auf der Untertasse sein, doch wenn er zwischen Tasse und Untertasse kommt, droht die Tasse zu kippen. Ebenso sollten die Eltern stets als Team auftreten und sich nicht vom Kind gegeneinander ausspielen lassen. Tasse, Untertasse, Löffel: Sie alle sind gleichwertig, haben aber verschiedene Aufgaben. Und für alle Beteiligten in der Familie ist letztlich Gott die höchste Instanz. Doch eine heile Familie entsteht nicht automatisch. Sie erfordert von allen, besonders von den Eltern, einen grossen Einsatz. „Jede Tasse, jedes Ehepaar ist einmalig und nicht kopierbar." Fränzi Stegen betonte auch die Wichtigkeit des Ehe-Verhältnisses. Wie jeder Dammbruch mit einem kleinen Riss anfängt, so kommt auch eine Scheidung nicht von heute auf morgen. Der gegenwärtigen egoistischen „Es stimmt nicht mehr für mich"-Bewegung stellte sie die göttliche Liebe, beschrieben in 1. Korinther 13, gegenüber. Sie ist der Klebstoff für jede Beziehung.

Was aber tun als christliche Eltern, wenn das Kind bewusst einen gottlosen Weg einschlägt? Fränzi Stegen verweist auf den verlorenen Sohn: Auch er hatte ein Zuhause von Harmonie und Geborgenheit erlebt und es trotzdem verlassen. Wir Eltern können und sollen also alles in unserer Macht Stehende tun, doch letztlich muss Gott eingreifen. Der Vater hat sich dem verlorenen Sohn nicht angepasst. Er liess ihn gehen, hielt aber Ausschau nach ihm. Und Gott tat das Wunder. Dort, wo Eltern ihre Kinder nicht mehr erreichen können, kann Gott hineinwirken."

Heile Familie – eine Utopie? „Die heile Familie ist der Wille Gottes, sie ist sein Wunsch und sein Plan für die ganze Welt. Gott allein baut und inspiriert die Familie, wenn wir uns ihm hingeben." Die heile Familie ist eine Seltenheit geworden, doch unsere Familien können ein Heim der Geborgenheit werden, ein Leuchtturm in der Brandung. „Eine Illusion", mögen einige sagen, wenn sie das Chaos in ihren Familien sehen. Doch schuf Gott nicht aus einem Chaos das Wunder der Schöpfung? „Dasselbe kann er aus unserer Familie schaffen", ist Fränzi Stegen überzeugt. „Doch dazu müssen wir zuerst einen Kreis um uns selbst ziehen und Gott bitten, in unserem Leben zu wirken. Jede Bergbesteigung beginnt mit dem ersten Schritt!"

Die verschiedenen Referate haben es gezeigt: Ja, die Familie ist im Kreuzfeuer. Doch die Tagung machte Hoffnung. Je dunkler das Umfeld, desto heller scheinen die funktionierenden Lichter. Die achte Richtlinie von cft zog sich wie ein roter Faden durch alle Beiträge hindurch: die (heile) Familie ist und bleibt die Grundlage einer gesunden Gesellschaft. Oder um es mit Jeremias Gotthelf auszudrücken: „Zuhause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland."

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