Christliches Abendland am Scheideweg

„Christliches Abendland am Scheideweg“ war Moto und Leitgedanke der diesjährigen cft-Konferenz, welche von über 100 Interessenten besucht wurde.

Klaus Wunderlich, ehemaliger Studienrat und Lehrer und heutiger Prediger, verglich unsere Zeit mit derjenigen Noahs. Er zeigte Bereiche auf, in welchen unsere Gesellschaft heute erschreckend deutlich am Scheideweg steht, ermutigte die Teilnehmenden durch Worte aus der Bibel und persönliche Erlebnisse aber auch, wie Noah treu „Mahnwache“ zu halten.
   
Der zweite Referent, Samuel Moser, ehemaliger stellvertretender Direktor der eidgenössischen Zolldirektion und langjähriger Präsident der Vereinigung freikirchlicher Gemeinden in der Schweiz, warnte davor, Gott durch Götzen wie Geld, Karriere, Medien oder Egoismus zu ersetzen und zeigte auf, dass die einzige wirkliche Freiheit, welche wir Menschen erlangen könnten, die Freiheit in Abhängigkeit von Gott ist. 
  
Der letzte Redner schliesslich, Dr. Albu van Eeden, Arzt und Direktor von „Doctors for Life“, einer weltweiten Vereinigung von christlichen Ärzten, zeigte wissenschaftlich auf, weshalb Pornographie nicht harmlos, sondern eine schlimme Sucht ist und wie die pseudoakademischen Argumente ihrer Befürworte entlarvt werden können. Seine ernüchternden Einblicke und hilfreichen Ratschläge zum Kampf gegen eine der wohl grössten Herausforderungen der heutigen Christenheit sollen nachfolgend, basierend auf seinem Vortrag, nochmals frei zusammengefasst und mit eigenen Gedanken ergänzt werden. Aufnahmen aller drei Vorträge können auch unter www.cft.ch bestellt werden.

Pornographie – das trojanische Pferd in Gesellschaft und Christenheit

Zu hören, dass 80% der 15- bis 17-Jährigen schon mehrmals „hard-core“-Pornographie ausgesetzt waren und dass das Durchschnittsalter des ersten Kontakts mit Pornographie 11 Jahre ist, erschreckt. Noch weit erschütternder ist aber die Tatsache, dass 47% aller Christen Pornographie in ihrem Hause als ein Problem bezeichnen.[1] Ein Grund für die rasante Ausbreitung dieser Unmoral ist der heutzutage enorm leichte, nahezu kostenlose und meist anonyme Zugang. Einen weiteren Hauptgrund finden wir aber auch in der Wirksamkeit eines Mannes namens Alfred Kinsey, der die wissenschaftliche und damit bald auch die rechtliche und schliesslich die öffentliche Welt so sehr täuschend beeinflusst hat, dass über die letzten Jahrzehnte plötzlich salonfähig wurde, was einst als pervers galt. Alfred Kinsey, einflussreicher und vielzitierter Urvater der Sexualforschung, war selbst bisexuell, pädophil und Masochist und starb schliesslich an einer Verletzung, welche er sich in einem gewalttätigen Sexspiel selbst zugezogen hatte. Für seine Studien stellte er neun Pädophile ein, welche mit Hunderten von Kindern Experimente durchführten. 87% der über 5000 an seinen Studien teilnehmenden Männer waren Kriminelle, Homosexuelle oder Geisteskranke. So erstaunt es denn auch nicht, dass Kinsey nach seiner „Forschung“ zum Ergebnis gelangte, 95% aller amerikanischen Männer seien nach den aktuellen US-amerikanischen Gesetzten sexuelle Missetäter und daher forderte, die Gesetzte müssten entsprechend toleranter werden. Dies wurde in den folgenden Jahrzehnten von ihm, seinen Unterstützern (v.a. Playboy-Gründer Hugh Hefner und Wardell Pomeroy) und deren zahlreichen Organisationen durch unermüdliches Lobbying auch Schritt für Schritt erreicht.

Wenn zaghafte Opposition gegen die zunehmende sexuelle Zügellosigkeit aufkam, wurde dieser meist das scheinbar übermächtige Argument der Redefreiheit entgegengehalten. Doch genau dies machen die Medizinwissenschaften zunichte: Die Verbreiter der Pornographie können das Recht auf Redefreiheit nicht für sich beanspruchen, denn diese bedingt, dass der Empfänger der „Rede“ den Inhalt nüchtern, distanziert und rational hören und abwägen kann und dann die Entscheidungsfreiheit darüber hat, ob er ihn aufnehmen will oder nicht. All dies wird jedoch ausgeschaltet, wenn jemand einem pornographischen Bild ausgesetzt wird: Der denkende Teil der Gehirns wird übersprungen und das Bild landet innert Tausendstelsekunden in demjenigen Teil des Gehirns, der für die Speicherung von real Erlebtem zuständig ist. Dort wird dieses Bild dann ausserordentlich tief in das Gedächtnis eingeprägt, weil das Gesehene aufgrund der mitschwingenden Elemente des Erschreckens, der Furcht und der Überraschung in einer besonderen Intensität „erlebt“ wird. Wenn also jemand – ohne dass er sich im Geringsten dagegen wehren kann – faktisch „vergewaltigt“ wird etwas aufzunehmen, so hat das herzlich wenig mit dem Gedanken der Rede- oder irgendeiner anderen Freiheit zu tun – im Gegenteil! Besonders tragisch ist es, wenn Kinder pornographischem Material ausgesetzt werden, zumal deren rationaler, also filternder Gehirnteil noch viel weniger ausgeprägt ist als bei Erwachsenen.      
      
Ebenso ungerechtfertigt wie der Vorwand der Redefreiheit ist die Verharmlosung der Pornographie, denn sie trägt alle Charakteristika einer Sucht: Ein regelmässiger Konsum führt dazu, dass man Pornographie mit der Zeit immer häufiger oder in immer härterer Form konsumieren muss, damit sie die gleiche Wirkung behält; sie ist also progressiv. Der Grund dafür liegt darin, dass beim Betrachten solcher Bilder das Gehirn mehrere selbst produzierte chemische Substanzen ausschüttet, welche von Struktur und Wirkung her bekannten Drogen wie Kokain, Morphium oder LSD stark ähneln. Das Gehirn gewöhnt sich allmählich an die Ausschüttung dieser Stoffe und wird deshalb süchtig nach nicht nur einer, sondern einem ganzen Cocktail von Drogen. Und genauso wie die Drogensucht am Ende oft tödlich ist, kann auch die extremste Stufe der Pornographie, der gewalttätige Sex, letztlich zum Tod führen, sei es für unschuldige andere Opfer oder aber für sich selbst (siehe Alfred Kinsey).  

Schliesslich ist auch das Argument, Pornographie sei etwas rein Persönliches, grundlegend falsch. Ein verheirateter Mann, welcher sich Pornographie anschaut, stumpft seine Empfänglichkeit gegenüber den Reizen seiner Frau immer mehr ab, weil sein Verlangen plötzlich nur noch durch die immer perverseren Phantasien aus dem Internet gestillt werden kann. Viele Ehemänner vernachlässigen durch diesen Fokus auf das Körperliche den Aufbau einer ehelichen Vertrauensbeziehung und viele Ehefrauen spüren dadurch dann einen Erwartungsdruck, welchem sie irgendwann nicht mehr gerecht werden können. Sie erleben ihren Mann zunehmend als abwesend und isoliert, sodass Pornographie letztlich mitverantwortlich sein kann für eine Scheidung. Eine ähnliche Abwärtsspirale tritt auch bei einem ledigen jungen Christen ein: Durch das Betrachten von Pornographie wird er sein Interesse an der Bibel, seinen Eifer für Gott, seine Retterliebe, sein Gebetsleben, seine Dankbarkeit, seinen schulischen Ehrgeiz und seine Konzentrationsfähigkeit verlieren. Stattdessen wird er sich zurückziehen, den guten Kontakt zu Eltern und Mitchristen verlieren, abhängig sein von der Masturbation und immer mehr an seinem Glauben zu zweifeln beginnen. Einzig und allein die Gnade Gottes kann aus solchen Teufelskreisen je wieder herausführen.

Was ist zu tun gegen dieses „trojanische Pferd“, welches in den letzten Jahrzehnten in unsere Gesellschaft und in unsere Kirchen eingedrungen ist, während wir Christen schliefen? – Am liebsten würden wir Christen dieses Ungeheuer der Pornographie in einer riesigen Schlacht ein für alle Mal vernichten. Doch wir müssen auch bereit sein, geduldig und in vielen kleinen Schlachten den Feind durch die Gnade Gottes langsam, aber sicher zurückzuschlagen, sei es privat mittels Gesprächen und Stellungnahmen, sei es öffentlich in Medien und durch Kundgebungen oder sei es vor Gericht durch die Berufung auf schützende Gesetzesartikel. Zurzeit ist die Gesellschaft sehr sensibilisiert auf den sexuellen Missbrauch von Kindern. Diese Entwicklung sollten wir ausnützen, denn beim Kampf gegen Pornographie geht es vor allem auch um den Schutz und die Bewahrung der unmündigen Kinder. So wie eine Handvoll Männer in mühsamem, aber unermüdlichem Einsatz all diesen Abschaum in unsere Mitte gebracht hat, so sucht auch Gott heute willige Menschen, welche sich Ihm zur Verfügung stellen, um den Feind wieder zurückzuschlagen. „Denn des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf Ihn gerichtet ist.“ (2. Chronik 16,9)

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