Schule-Bildung-Erziehung

Die diesjährige Jahreskonferenz war ganz dem geistlichen Wohl unserer Kinder in den Schulen gewidmet.

Jürg Läderach begann den Morgen mit der Erinnerung daran, dass jeder Großes vollbringen kann, der Gottes Willen tut, auch wenn er alleine steht und dass es das Ziel von CFT ist christliche Werte in unserer Gesellschaft am Leben zu erhalten. Im diesen Sinne fuhr Christoph Kehl, Sekretär von Human Life International (HLI), fort mit seinen Erläuterungen zum kommenden Lehrplanwechsel mit dem neuen Lehrplan 21. Wie im letzten Bulletin berichtet bringt der neue Lehrplan diverse Schwierigkeiten mit sich, auf die Herr Kehl genauer einging. Die Tatsache, dass Fachwissen rund um die Sexualität in diesem Lehrplan in den Vordergrund gerückt wird und Beziehungs- und Sozialaspekte zu wenig berücksichtigt werden ist beängstigend.  Den Kindern wird vermittelt, wie man es macht, aber nicht, wie man eine gesunde Beziehung instand hält. Der Fokus wird auf das Recht auf Sexualität gelegt, nicht auf die Verantwortung, die mit diesem Recht Hand in Hand geht. Als ein Grundproblem, dass direkt zur Gründung des Projektes des Lehrplan 21 geführt hat, führte er den Mangel bei christlichen Eltern an, ihren Kindern mit Antworten und Rat zur Seite zu stehen, wenn diese Fragen bezüglich der Sexualkunde haben. Dieser Mangel macht es den Gegnern der christlichen Moral einfach, Sexualkunde als Pflichtfach einzuführen, da die Kinder und Jugendliche sonst keine andere Anlaufstelle hätten. Eltern haben diese Verantwortung doch um mit den eigenen Kindern über ein solches Thema erfolgreich reden zu können, muss ein Klima des Vertrauens geschaffen werden, in denen die Kinder sich trauen offen Fragen zu stellen. Dies erfordert Zeit und Geduld, ist es jedoch wert, um unsere Kinder vor Fremdbeeinflussung zu schützen. Besondere Aufmerksamkeit lenkte Herr Kehl auf die Omnipräsenz von Unterstützern der Homosexualität und deren starken Einfluss auf die Entwicklung des Lehrplans. Weiter ist das Verbieten des Dispensationsrechtes durch die Eltern eine der größten Gefahren im neuen Lehrplan.

Stefan Dollenmeier, der Lehrer an der Volksschule ist, gab einige positive Erfahrungen aus dem Schulalltag weiter. Als Lehrer habe man viele Möglichkeiten mit den gegebenen Regeln zu arbeiten und diese zu nutzen um christliches Wissen und Werte weiterzugeben. Seien es Märchen oder die Geschichte der eigenen Stadt, die Vergangenheit und die Kultur der Schweiz sind voll von christlichen Referenzen, die man nutzen kann um den Schülern das Evangelium nahe zu bringen. Ermutigend ist auch, dass rund 30% der Studenten an der Pädagogischen Hochschule in Zürich derzeit Christen sind. Obwohl Schweiz-weit nur etwa 3% aller Lehrer sich zum christlichen Glauben bekennen, veranlasst diese große Zahl junger, motivierter Lehrer uns zum Hoffen. Herr Dollenmeier unterstrich die Wichtigkeit von christlichen Lehrern in den Volksschulen, mehr noch als die Entstehung neuer christlicher Schulen. Er rief zum Gebet für junge, engagierte Lehrkräfte auf. Wiederum wurde die Wichtigkeit des individuellen Einsatzes der Eltern unterstrichen, ihren Kindern nach der Schule zu zuhören, sich Zeit für sie zu nehmen, da dadurch oft frühzeitig auf etwaige Probleme eingegangen werden kann. Der direkte Kontakt der Eltern zu den Lehrern ist das effektivste Mittel, um seine Kinder vor negativen Einflüssen in der Schule zu bewahren.

Dr. Daniel Regli, Historiker, Buchautor und SVP Vertreter im Gemeinderat der Stadt Zürich, gab einen Rückblick auf die Entwickelung des Humanismus in der Bildung heute. Von den griechischen Anfängen über die Humanisten der Renaissance bis hin zu Marx und Sigmund Freud hat sich der Humanismus verändert und sich den Umständen der jeweiligen Zeit angepasst. Dem Humanismus liegt die Frage nach der Wichtigkeit der Vernunft zu Grunde. Was der Mensch nicht mit Vernunft erklären kann, soll ihm nach nicht existieren. Die Vernunft des Menschen sei seine moralische Richtlinie und solange er ihr folge, würde er glücklich werden. Erfahrungsgemäß ist dies jedoch nicht der Fall. Der Mensch sehnt sich nach Liebe, etwas, dass ihm von der Vernunft nicht gegeben werden kann, sondern nur von Gott. Ein zweiter Ansatz, den der Humanismus anbietet, rückt den Gefühlsgesteuerten Lebensstil in den Vordergrund. Der Mensch solle aus seiner Natur heraus leben, um ein gutes Leben zu führen. Dies führt jedoch zu egozentrischen Individuen, die nur bedingt gesellschaftsfähig sind. Der Humanismus bietet zum einen eine Tugendethik (Disziplin und Leistung im Zentrum) an, zum anderen eine Gefühlsethik (Antiautorität und Sexualität als Richtlinien). Beide schließen das Christentum als eine Lösung aus und das Christentum schließt wiederum die Vernunft als einziges Mittel aus, da der Verstand des Menschen beschränkt ist und die Wahrheiten Gottes nicht fassen kann. Die Bibel sagt außerdem ganz klar, dass das Herz des Menschen böse ist (1. Mose) weshalb auch der gefühlsethische Ansatz nicht zu einer guten Gesellschaft führen kann. Wichtig ist es für christliche Schulen diese Dogmen offen zu legen, der Welt zu zeigen, dass die Religion der Vernunft genau das ist, eine Religion und nicht eine absolute Wissenschaft.

Der Schulpräsident der DSS in Kaltbrunn, Walter Mannhart, knüpfte an dieses Thema an und stellte die Säkularisierung der Schulen und ihre Konsequenzen in den Vordergrund. Säkularisierung ist die Verweltlichung der Gesellschaft, der Verlust der Religiosität. Lehrer waren traditionell nicht nur Vermittler von Wissen sondern auch von geistlichen Inhalten. Der Auftrag unsere Kinder zu lehren ist schon in der Bibel erwähnt (5. Mose 6, 6-7). Jesus Christus selber musste die Schulbank drücken und durch seine Einsicht konnte er die Schriftgelehrten beeindrucken. Diesen Aspekt der Bildung hat auch Luther schon unterstrichen. Er forderte die allgemeine Schulpflicht, damit Kinder selber die Heilige Schrift lesen können und sie in den geistlichen Wahrheiten unterrichtet werden können. Durch den Verlust des Christentums in der europäischen Gesellschaft ist dieser geistige Lehrauftrag auch in den Schulen langsam aber sicher vom Lehrplan verschwunden. In vielen Schulen wird statt des Religionsunterrichtes nun eine Ethik Einführung angeboten. Die christlichen Schulen stehen nun vor dem Problem, dass sie unterscheiden müssen, welche Neuerungen sie in die christlichen Schulen mit hinein nehmen möchten und welche sich nicht mit dem christlichen Glauben vereinbaren lassen. Zum Beispiel müssen wir zum einen unsere Kinder vor den Einflüssen der heutigen Medien schützen, ihnen jedoch zugleich auch den korrekten Umgang mit diesen Medien beibringen. In diesem Zusammenhang sieht Herr Mannhart die Wichtigkeit der Autonomie der christlichen Schulen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, besonders jedoch in den Bereichen der Sexualpädagogik und des Religionsunterrichtes.

Generell riefen die Referenten zu Gebet für die christlichen Schulen und für christliche Lehrer auf. Wichtig ist individueller Mut und ein aktives Gottvertrauen um in dem Kampf um unsere Kinder zu bestehen. Neben diesem ist auch ein gesundes Verhältnis mit den eigenen Kinder essentiell für das Wohlergehen unserer Kinder in den Schulen. Den Kinder muss die Möglichkeit gegeben werden, aus ihrem Schulalltag zu berichten und die Eltern um Rat zu fragen, doch dies kann nur in einem Klima des Vertrauens geschehen und dieses braucht Zeit, Geduld und Liebe, sowie viel gottgegebene Weisheit.

Informiert bleiben!

 

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
Invalid Input