Unter dem Motto «An der Spitze» führte die ehemalige SRF-Moderatorin Ladina Spiess durch den Nachmittag. Der Weg an die Spitze und der Umgang mit Herausforderungen stand im Zentrum der Jahreskonferenz.

Von Lara Ettinger

Am Samstag, 12. September 2020 wurden die rund 140 Besucher in der voll besetzten Mehrzweckhalle Kupfentreff in Kaltbrunn mit einem stilvollen Apéro riche empfangen. In der anschliessenden Einleitung begrüsste cft-Vorstandsmitglied Urs Hunziker die Anwesenden und legte kurz das Anliegen des Vereins dar, sich für christliche Werte in Politik und Gesellschaft einzusetzen und damit zu einem lebendigen gesellschaftlichen Diskurs beizutragen.

Als erster Referent betrat Johann Schneider-Ammann die Bühne. Er bringt gleich aus zwei Bereichen Erfahrungen vom Leben an der Spitze mit. Vor seiner Tätigkeit als Bundesrat (2010 – 2018) war Schneider-Ammann langjähriger Verwaltungsratspräsident und CEO der Ammann Group im bernischen Langenthal. Sein wichtigstes Stichwort während dieser Zeit habe «Teamwork» geheissen, denn wer erfolgreich sein wolle, müsse sein Umfeld so wählen, dass man sich ergänze. Angesprochen auf seine Tätigkeit als Bundesrat betonte er, dass es für den Weg nach ganz nach oben nicht nur Ehrgeiz, sondern auch viel Fleiss benötige. Das habe zur Folge, dass man persönliche Interessen in den Hintergrund stellen müsse. Als Bundesrat sei es für Schneider-Ammann besonders wichtig gewesen, glaubwürdig zu sein; ganz nach dem Motto: «Mehr Sein als Schein». Die Tätigkeit an der Spitze bringe viele verantwortungsvolle Aufgaben mit sich, die Schneider-Ammann, wie er mehrmals betonte, vor allem dank der Hilfe seiner Familie, insbesondere seiner Frau, bewältigen konnte.

Ursula Bruhin, die ehemalige Profi-Snowboarderin, schaffte es in einem ganz anderen Bereich an die Spitze. Gerade im Spitzensport wird oft vergessen, was es braucht, um ganz nach oben zu gelangen und sich dort halten zu können. Je erfolgreicher man werde, so Bruhin, desto grösser würden die Erwartungen und somit auch der Druck. Bruhin persönlich sei es stets wichtig gewesen, sich jedes Jahr nochmals zu steigern. Zu Beginn ihrer Karriere hatte Bruhin erst mit persönlichen und gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen. Dies führte dazu, dass sie sich für ihr Leben die Sinnfrage stellte. Neuen Lebensmut fasste sie, als sie durch ihre Schwester zum persönlichen Glauben an Jesus fand. Danach startete sie richtig durch, feierte etliche Erfolge im Weltcup und avancierte zur vierfachen Weltmeisterin. Das Leben nach dem Rücktritt gestaltete sich für Bruhin dann zunächst nicht einfach. Die fehlenden sportlichen Herausforderungen entzogen ihrem Körper Energie und lösten ein Boreout aus. Hinzu kamen noch finanzielle Sorgen. Die Gewissheit, dass sie «nie tiefer als in Jesu Hände» fallen würde, half ihr, ihre Ängste hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken.

Dass Menschen von der Last ihrer Aufgaben erdrückt werden, ist leider dennoch immer wieder eine traurige Tatsache. So geschehen auch während des Corona-Lockdowns im deutschen Bundesland Hessen, der Heimat von Pastor Michael Müller. Dortige Christen hätten dies zum Anlass genommen, für Verantwortungsträger zu beten, was von diesen sehr geschätzt werde. Denn auch in der Bibel wird von Menschen berichtet, die eine exponierte Stellung einnahmen, ein Aspekt, den Müller in seinem abschliessenden Beitrag beleuchtete. In der Gestalt von Mose begegne dem Leser hier eine aussergewöhnliche Führungskraft. Ihre positive Auswirkung auf ihre Umgebung bestehe unter anderem darin, sich selbst zurücknehmen zu können, sich auch von Misserfolgen nicht entmutigen zu lassen und immer einen Weg zu finden. Müller schloss mit dem Hinweis, dass man sich auch in der heutigen Zeit einer solch verlässlichen Führungskraft anvertrauen könne: Jesus Christus.

Mit diesen ermutigenden Schlussworten ging der Nachmittag zu Ende. Der Blick an die Spitze und hinter die Kulissen des Erfolgs war aussergewöhnlich und liess in vielen Zuhörern die Worte der Referierenden noch lange nachhallen. So wird den Freunden und Mitgliedern von cft das Jahr 2020 hoffentlich nicht nur aufgrund der Corona-Krise, sondern auch wegen der inspirierenden Jahreskonferenz besonders in Erinnerung bleiben.

 

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