Wenn Jesus Christus nicht gelebt hätte, wäre die Welt heute ein anderer Ort. Was auch immer wir von ihm halten, wir können nicht bestreiten, dass er einen grossen Einfluss auf die Entwicklung unserer westlichen Welt gehabt hat. Ob es um den Wert des Lebens, das Ansehen der Frau, die Rolle der Familie, die Meinungsvielfalt, die Offenheit gegenüber Fremden oder um das Prinzip von Treu und Glauben geht: Alle Entwicklungen wären undenkbar gewesen ohne die christlichen Werte, welche aus der «frohen Botschaft» entstanden sind.

Am Samstag, 11. September 2021, fand die cft-Jahreskonferenz im Kaltbrunner Kupfentreff statt. Rund 100 Gäste folgten bei schönstem Wetter der Einladung. Thema der Veranstaltung war die Prägung der Gesellschaft durch die christliche Kultur. Durch das Programm führte Ladina Spiess, freie Moderatorin und aktive Texterin.

Den thematischen Rahmen der Jahreskonferenz spannte Johannes Läderach, CEO des gleichnamigen Familienunternehmens, in einem Impulsreferat über das Erbe der christlichen Wertekultur. Zu Beginn verdeutlichte er anhand zahlreicher historischer und zeitgenössischer Untersuchungen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, wie das Christentum einen revolutionären Wandel in allen Lebensbereichen herbeigeführt hat. Er veranschaulichte, dass zahlreiche Gegebenheiten, die als Grundpfeiler der abendländischen Gesellschaft angesehen werden, massgeblich durch das Evangelium gebildet wurden. Schliesslich wagte Läderach einen kritischen Ausblick in die Zukunft. Dabei stellte er fest, wie säkulare Ideologien das Werteempfinden der heutigen Gesellschaft beeinflussen. Beispielhaft zeigt dies die aktuelle Grundsatzdiskussion über den Schutz des menschlichen Lebens in allen Alterskategorien oder auch die Frage nach den Rechten von Menschen mit Beeinträchtigung. Aufgrund der Sachlage stelle sich folglich die Frage, wie eine Gesellschaft ohne Wertegeber Werte überhaupt definieren wolle und im Endeffekt leben könne.

Nach einer kurzen Pause wurden die zahlreichen Fakten und Zahlen des Referates in einem Podiumsgespräch reflektiert, ergänzt und kommentiert. Daran nahmen der ehemalige CEO und Verwaltungsratspräsident der Bank Vontobel, Dr. Hans-Dieter Vontobel, die junge Mittepolitikerin und Unternehmerin, Christina Bachmann-Roth und Eric Nussbaumer, Nationalrat SP, teil. Die Heterogenität der politischen Hintergründe kam im Gespräch insofern zum Vorschein, als dass die Referierenden das Spannungsfeld zwischen christlichen Werten leben und der Kompromisssuche im politischen und wirtschaftlichen Alltag unterschiedlich wahrnahmen und beurteilten. Dennoch überwog der Grundtenor, bei dem der individuelle Wert jedes einzelnen Menschen in letzter Konsequenz ethische Kompromisse ausschliesst. Das Podiumsgespräch verdeutlichte eindrücklich, dass gerade in einer Diskussion mit abweichenden politischen und persönlichen Meinungen die Besinnung auf gemeinsame Grundwerte einen respektvollen und wertschätzenden Umgang ermöglicht.

«In Christus verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis». Dieser Bibelvers aus Kolosser 2,3 war Grundlage für den letzten Programmpunkt, der mit einem Kurzreferat vom deutschen Pastor Michael Müller gestaltet wurde. Der studierte Betriebsökonom erklärte anhand mehrerer Biografien, dass sich einer Person durch die christliche Botschaft eine völlig neue Perspektive auf das Leben eröffne. Denn wie der Bibelvers aufzeige, ist Jesus die Personifikation des Ortes der Erkenntnis. Dadurch lebe ein Mensch, der die Botschaft Christi annimmt, nicht nur anders, er sterbe auch anders. Müller schloss mit der Aufforderung an das Publikums, den Reichtum der christlichen Wertekultur neu zu entdecken.

Bericht IDEA

 

 

Referenten

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