Derzeit wird im Auftrag der EDK (Erziehungsdirektorenkonferenz) ein umfassender Lehrplan erarbeitet, der in allen deutschsprachigen Kantonen übernommen werden soll. Dieser Lehrplan wird nicht nur das Wissen definieren, das den Schülern in Zukunft vermittelt wird, sondern auch die „Werte der Gesellschaft“, die ihnen weitergegeben werden sollen. Diese landesweite Vereinheitlichung soll die Chancengleichheit der Kantone gewährleisten, doch wie so oft bringt diese Neuerung nicht nur Vorteile mit sich.

Hand in Hand mit der kommenden Reform geht ein Versuch, die Sexualpädagogik obligatorisch in allen Bereichen des Unterrichts einzuführen. Wo vorher Schüler nur in der Biologie mit diesem Stoff konfrontiert wurden, soll er in Zukunft Teil eines jeden Faches sein, von den Sprachen bis hin zu den sozialwissenschaftlichen Fächern. Eine Dispensierung aus religiösen Gründen wäre dann nicht mehr möglich, da zu viele Fächer betroffen sind.

Das BAG (Bundesamt für Gesundheit) hatte die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz beauftragt, bis 2008 das „Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule“ aufzubauen, das daraufhin vom Bund subventioniert wurde. Dort wurde ein Grundlagenpapier verfasst, nach dem „darauf hingewirkt [wird], dass im Rahmen der Gesundheitsförderung eine stufengerechte Sexualerziehung in die Lehrpläne der obligatorischen und nachobligatorischen Schulen integriert wird“(S.82 des ‚Grundlagenpapiers Sexualpädagogik und Schule’). Dieses Papier soll die Basis sein für die Integration der Sexualkunde im Lehrplan 21.

Nach dieser Richtlinie würde diese Integration auf allen Stufen stattfinden, also auch im Kindergarten. Das Papier nennt sogar explizit Beispiele, wie man die Sexualerziehung in den Kindergartenalltag eingliedern kann. Eine offizielle Erlaubnis, ja, ein Auftrag den 4-6 Jährigen die Grundlagen des Geschlechtsverkehrs nahezubringen, öffnet der Pädophilie die Türen. Dieser Ansatz übersieht die Tatsache, dass besonders Kinder gewisser Altersstufen sich unterschiedlich schnell entwickeln und so einige völlig überfordert werden könnten durch eine so frühe Konfrontation mit Sexualität.

Ausschlaggebend ist die Bezeichnung der, bisher als Sexualpädagogik bekannten, Sexualerziehung. Das Ziel des neuen Lehrplans ist nicht nur eine Aufklärung oder sachliche Einführung, sondern eine Erziehung, ein wesensverändernder Eingriff. Das Papier formuliert es so: „Die Schule hat hier die gesellschaftliche Funktion, den Heranwachsenden den sozialen Wandel von Beziehung und Sexualität zu erklären und die geltenden Rechtsnormen bzw. den gesellschaftlichen common sense des Zusammenlebens zu vermitteln.“ Die Probleme beginnen bei der Definition vom gesunden Menschenverstand, dem common sense, denn was dieser sein soll, wird von dem Kompetenzzentrum festgelegt, welches mit Organisationen wie Aids Hilfe Schweiz, Pink Cross, PLANeS und Fachgruppe Bildung LOS zusammenarbeitet, welche ohne Zweifel ihre eigenen Interessen vertreten werden. Was bis jetzt als klarer Auftrag der Eltern verstanden worden war, nämlich die Erziehung der Kinder, wird so an die Lehrkräfte übertragen.

Verschiedene christliche Organisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, gegen die Eingliederung dieser Sexualerziehung anzugehen, doch die Aktivitäten des Kompetenzzentrums werden der Bevölkerung nicht mitgeteilt. Somit liegt der Schwerpunkt derzeit darauf, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren. Ein erster großer Schritt wurde durch den Einsatz einer Walliser Arbeitsgruppe gemacht, die es schafften, die Aufmerksamkeit der Medien auf gewisse neue Schulmaterialien zu lenken, welche ganz im Geiste der neuen Sexualerziehung verfasst und schon jetzt erhältlich sind. In ihnen wurde auf Internetseiten verwiesen, die explizite Anweisungen für den Geschlechtsverkehr geben und die immer wieder zum „selber Ausprobieren“ aufrufen. Die angegebenen Links sollten daraufhin aus den Büchern entfernt werden und auf den Internetseiten wurden die anstößigsten Elemente entfernt. Dies ist die einzige Methode, mit der man sich gegen die Einführung der Sexualerziehung in den Lehrplan 21 wehren kann: Wachsam sein und sich und andere informieren!

Informiert bleiben!

 

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