Als Begründung für ihren Entscheid stützten sich die Behörden auf den Diskriminierungspassus in ihrer Plakatverordnung. Kurz danach erregte das Plakat der Erotikmesse Ecstasia Aufsehen. Das Plakat durfte auf öffentlichem Grund aufgehängt werden, wie uns die Basler Regierung auf unsere Anfrage hin erklärte.

Im Antwortbrief schreibt der zuständige Regierungsrat Wessels:

„Die entsprechenden Fachinstanzen haben keinen Verstoss gegen die Plakatverordnung des Kantons Basel-Stadt feststellen können.“ Das Plakat mit der nackten Frau führte auch von politischer Seite her zu einigen parlamentarischen Vorstössen und Anfragen zu Händen der Basler Regierung. Wenigstens geben die Eingaben Anlass, wie die Regierung in ihrem Brief auch uns mitteilt: „ … dass die Kriterien der Geschlechterdiskriminierung und der Sittenwidrigkeit (§ 7 Plakatverordnung) restriktiver ausgelegt werden.“

Einiges Kopfschütteln erzeugt die Begründung der erwähnten Fachinstanzen. Das Ecstasia-Plakat wurde der Fachstelle für Gleichstellung von Frauen und Männern zur Beurteilung vorgelegt. Diese fand, dass es sich um einen Grenzfall handelt. Die nackte Frau sei ein Blickfang, kann man der Begründung entnehmen. „Pose und Blick der Frau erscheinen nicht unterwürfig und es wird keine Gewalt gegen Frauen suggeriert. Die gänzliche Nacktheit kann nicht als unangemessen bezeichnet werden, zumal die Frau mit Bekleidung sogar aufreizender hätte erscheinen können.“ So wurde das Plakat bewilligt.

Eigentlich setzt die Plakatverordnung klare Grenzen. Unzulässig sind gemäss Verordnung:
- § 7/e) Plakate mit rechts- und sittenwidrigem Inhalt

Als Geschlechter diskriminierend gelten, dass
- § 7/2 c) das Kindes und Jugendalter nicht mit erhöhter Zurückhaltung respektiert wird.
- § 7/2 e) die Person in rein dekorativer Funktion als Blickfang dargestellt wird.

Man kann die Bewilligung nicht nachvollziehen. Die Glaubwürdigkeit der Basler Regierung ist angeschlagen. Das Unverständnis wächst, wenn man bedenkt, dass solche Plakate vor Schulen zu sehen waren. Darum sind Reaktionen wichtig. Jeder Brief an die Behörden wird von ihnen zur Kenntnis genommen und kann zum Handeln Anlass geben.

Informiert bleiben!