Folgt nun der nächste Schritt zum Retortenmenschen?

Dieser Schritt zur Veränderung des Erbgutes beim Menschen wird von Wissenschaftlern bis jetzt noch ablehnend beobachtet. Auch die rechtliche Situation in der Schweiz ist vorerst noch klar gegen solche Absichten geregelt.

Von Barbara Göpfert

Ende November 2018 berichteten verschiedenen Medien davon, dass die ersten genmanipulierten Babys zur Welt gekommen seien. In einem YouTube Video erklärt der 34-jährige Wissenschaftler He Jian- kui aus China, es sei ihm gelungen, mit Hilfe der Genschere Crispr/CAS9 die Gene in menschlichen Embryos so zu bearbeiten, dass der genetische Bauplan verändert wurde. Im konkreten Fall konnte er die DNA bei einem Zwilling so verändern, dass eine HIV-Resistenz implantiert wurde und somit das Kind später vor HIV geschützt ist. Diese Zwillinge seien jetzt gesund zur Welt gekommen. Eine unabhängige Bestätigung dieses Berichtes fehlt jedoch bis zu diesem Zeitpunkt. Der chinesische Forscher betont in seinen Ausführungen, es gehe ihm nicht darum, der Erste zu sein, dem dies gelingt oder mit dem Verfahren die Augenfarbe der Kinder zu bestimmen, sondern schwere Krankheiten auszumerzen. Es gehe ihm um eine «Optimierung» des Menschen.


Wissenschaftler äussern erhebliche Zweifel
In einem Interview auf Spiegel Online vom 1.12.2018 erklärt Katja Becker, Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemein- schaft (DFG), was so gefährlich ist an den Experimenten: «Wir können die Auswirkungen und Nebenwirkungen aktuell noch überhaupt nicht abschätzen. Es ist ein großer Eingriff ins Erbgut. Wenn man Gene in Embryonen verändert, sind diese Manipulationen später in allen Zellen des entstandenen Menschen zu finden. Sie werden über Ei- und Samenzellen an folgende Generationen vererbt – auch dann, wenn gefährliche Fehler entstanden sind. Es kann auch sein, dass erst nach mehreren Generationen Probleme auftreten. Nach allem, was man weiß, wollte He die Pro-duktion eines Rezeptors unterdrücken, den das HI-Virus braucht, um in Immunzellen einzudringen. Das bedeutet, der Forscher hat ins Immunsystem der Mädchen eingegriffen - einen sehr komplexen Bereich, der sensibel auf Veränderungen reagiert. Die Folgen lassen sich schwer abschätzen. Womöglich sind die Mädchen dadurch schlechter vor anderen Erregern geschützt, vielleicht haben sie ein höheres Risiko für Autoimmunkrankheiten. Das Kind, bei dem der Eingriff nur teilweise funktioniert hat, trägt die Risiken, hat aber keinen HIV-Schutz.»

Für den Ethiker Markus Zimmermann wurde die rote Linie in diesem Fall ebenfalls massiv überschritten. Er ist Professor für Sozialethik an der Universität Fribourg und Vizepräsident der schweizerischen Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK). In einem Interview mit SRF News vom 26.11.2018 erklärt er: «Es gibt Länder, wie zum Beispiel England, in denen durchaus an menschlichen Embryonen geforscht und dieses Gene-Editing auch angewendet wird. Aber immer mit der klaren Zusage, dass die veränderten Embryonen anschliessend auch gleich wieder zerstört werden. Kein Mensch weiss, was mit diesen Menschen geschehen wird. Bislang hatte weltweit Einigkeit darüber geherrscht, dass solche Embryonen auf keinen Fall in einen Uterus überführt werden. Weil kein Mensch weiss, was mit diesen Menschen geschehen wird. Es ist ethisch unvertretbar und unglaublich, dass dieser chinesische Forscher das einfach gemacht hat und sich damit über weltweite Konventionen hinweggesetzt hat.»

Die Situation in der Schweiz
In der Schweiz und auch in weiteren europäischen Ländern sind Genmanipulationen an menschlichen Embryonen verboten. Die letzte Änderung im Fortpflanzungsmedizingesetz wurde im Jahr 2016 vorgenommen. Das Schweizer Stimmvolk beschloss, die bis zu diesem Zeitpunkt verbotene Präimplantations- Diagnostik unter gewissen Bedingungen zu erlauben. Paare, die Träger schwerer Erbkrankheiten sind, können die Eizellen im Reagenzglas befruchten lassen. Präimplantationsdiagnostik erlaubt es dem Arzt, für die Einpflanzung ein Embryo auszuwählen, das nicht Träger der Krankheit ist. Die Bestimmung anderer Eigenschaften, etwa des Geschlechts oder der Augenfarbe, ist auch in Zukunft verboten. Ebenfalls unzulässig ist die Auswahl eines Embryos, das einem kranken Geschwister als Stammzellenspender dienen könnte.

Gott ist der Schöpfer des Menschen
Einmal mehr hilft uns Gottes Wort, wir sind nicht dem technischen Machbarkeitswahn der Menschen ausgeliefert. Wir lesen,dass Gott selbst unser Schöpfer ist. In Ehrfurcht wollen wir ihn allein anbeten und ihm unser ganzes Leben anvertrauen: «So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er sie, als Mann und Frau schuf er sie. Danach betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte. Und er sah, dass es sehr gut war. Und es wurde Abend und Morgen: der sechste Tag.» 1. Mose 1,27 und 31 (NLB)
«Denn du bist’s, der meine Nieren gebildet, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass ich so überaus wunderbar bereitet bin: Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl. Meine Wesensgestaltung war dir nicht verborgen, als im Dunkeln ich gebildet ward, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde. Deine Augen sahen mich schon als formlosen Keim, und in deinem Buch standen eingeschrieben alle Tage, die vorbedacht waren, als noch keiner von ihnen da war. Für mich nun – wie kostbar sind deine Gedanken, o Gott, wie gewaltig sind ihre Summen!» Psalm 139,13-17 (Menge)

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