Sich zum christlichen Glauben zu bekennen, der sich auf die Bibel gründet, wird zur immer grösseren Herausforderung. Dabei geht es nicht um die anerkannten sozialen Werte wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe, die meist wenig Widerspruch finden. Alles, was einen Menschen unterstützt, wird gerne angenommen. Alles, was einen Lebensstil in Frage stellt, stösst hingegen schnell auf Ablehnung.


Was dem Motto „ich bin ok – du bist ok“ entgegensteht, muss mit Befremdung und Ausgrenzung rechnen. Out ist, wer Gottes Wort als Richtschnur für das Verhalten nimmt. Die Bibel wird nicht mehr als Messschnur für die Überprüfung des eigenen Handelns, der persönlichen Neigungen und Reaktionen anerkannt. Man ist nicht mehr gewillt, sich ermahnen, korrigieren oder gar bestrafen zu lassen. Nicht in einer Zeit, wo die individuelle Freiheit höchste Wertschätzung geniesst.

Als in Frankreich das Parlament 2013 die Ehe nicht mehr als eine Mann und Frau vorbehaltene Verbindung belassen, sondern sie auch gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichen wollte, gab es in der Bevölkerung grossen Widerstand. Es gab mehrere riesige Protestmärsche, den grössten in Paris mit über 1.2 Millionen Teilnehmern, in denen die Franzosen ihren Unmut über den Entscheid des mehrheitlich sozialistischen Parlaments kundtaten. Diesem Widerstand begegnete die Staatsgewalt mit Unverständnis und Repression. Menschen, die ein T-Shirt mit dem Slogan der Protestbewegung „Manif pour tous“ (Demo für alle) trugen, wurden von den Gesetzeshütern verhaftet und in Gewahrsam genommen. Der Präsident und das Parlament erliessen Gesetze, die keinen Widerstand zulassen sollten. Wer als Bürgermeister gleichgeschlechtlichen Paaren die Trauung verweigert, dem drohen Amtsenthebung, Geldstrafe und eine Verurteilung bis zu 5 Jahren Gefängnis.

Auch in der Schweiz sind Entwicklungen im Gang, welche die Meinungsfreiheit einschränken. So hat der Nationalrat während der Frühlingssession einem Vorstoss zugestimmt, welcher Homophobie als Tatbestand in der Antirassismus-Strafnorm verankern will. Die Gesetzesrevision muss nun vom Ständerat behandelt werden. Sollte dieser ebenfalls zustimmen, kann neu eine Person, die sich „diskriminierend“ über Homosexualität äussert, von den Behörden strafrechtlich belangt werden.


In einem Zeitungsinterview mit der NZZ (11.03.15) antwortete der Initiant des Vorstosses, Nationalrat Mathias Reynard (SP/VS), auf die Frage, ob jemand Homosexualität als abnormal bezeichnen dürfe: „Ich persönlich habe das Gefühl, dadurch wäre bereits eine Grenze überschritten. Aber es liegt nicht an mir, das zu beurteilen. Das sollen Richter machen – und sie würden es mit viel Fingerspitzengefühl machen.“ Damit könnte mancher Prediger in Schwierigkeiten geraten, wenn er sich in seiner Verkündigung auf Gottes Wort stellt und die Homosexualität als Sünde bezeichnet.

Der Churer Bischof Vitus Huonder, der einen Priester aus dem Amt entfernen wollte, weil er ein lesbisches Paar in seiner Kirche gesegnet hatte, müsste wohl auch mit einer Strafverfolgung rechnen. Dabei hat er eine klare Haltung bezogen, die Gottes Wort entspricht. Deshalb ist auch der Widerspruch heftig, dem er ausgesetzt ist. Es braucht heute viel Mut, wenn man sich für christliche Werte einsetzt, die im Gegensatz zum Zeitgeist stehen.


Der Vorstoss zur Anpassung der Antirassismus-Strafnorm muss auch als Versuch gesehen werden, eine Ideologie zur Gesetzesnorm zu erheben. Diese Norm steht aber klar im Widerspruch zur Meinungs- und Religionsfreiheit. Es ist zu hoffen, dass im Ständerat der gesunde Menschenverstand obsiegt und die Vorlage abgelehnt wird, wie schon zuvor der Vorstoss des Kantons Genf, der das gleiche Ziel anstrebte.
Als Christ kann man sich angesichts dieser Herausforderung nicht in die eigenen vier Wände zurückziehen.


Schon der Apostel Paulus forderte seinen Mitarbeiter Timotheus heraus und ermutigte ihn, Stellung für Gottes Wahrheit zu beziehen. So schreibt er ihm in seinem letzten Brief: „Verkünde das Wort Gottes. Halte durch, ob die Zeit günstig ist oder nicht. In aller Geduld und mit guter Lehre sollst du die Menschen zurechtweisen, tadeln und ermutigen! Denn es kommt eine Zeit, in der die Menschen nicht mehr auf die gesunde Lehre hören werden. Sie werden sich von ihren eigenen Wünschen leiten lassen und immer wieder nach Lehrern Ausschau halten, die ihnen sagen, was sie gern hören wollen. Die Wahrheit werden sie ablehnen und stattdessen seltsamen Fabeln folgen. Du aber sollst dir in jeder Situation ein nüchternes Urteil bewahren. Scheue dich nicht, für den Herrn zu leiden. Setze dir zum Ziel, andere zu Christus zu führen. Erfülle die Aufgabe, die Gott dir anvertraut hat!“ (2. Tim. 4: 2-5).

Diese Worte passen auch in unsere Zeit. Mit Widerstand muss rechnen, wer sich für Werte einsetzt, die Gottes Wort entsprechen. Dazu gehören der Schutz des ungeborenen Lebens, der Schutz der Ehe als Verbindung von Mann und Frau, der Schutz der Familie und der Schutz der alten Menschen vor einem willkürlichen Ende. Möge das Feuer und der Mut in uns erhalten bleiben, der schon die Christen durch alle Zeiten hindurch standhaft erhielt.

Informiert bleiben!

 

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
Invalid Input