Klare Worte zur Gender-Ideologie

Für viele ist „Gender-Mainstreaming“ noch ein abstrakter Begriff, den sie nicht so richtig einordnen können. Es ist jedoch notwendig, dass wir uns diesem Thema nicht länger verschliessen und ihm mit dem notwendigen Ernst begegnen. Sollte sich die dahinter stehende Ideologie in unserer Gesellschaft und ihren Institutionen wie z.B. der Staatsordnung oder dem Bildungswesen festsetzen, dann werden die christlichen Fundamente der Gesellschaftsordnung sehr stark geschwächt und letztlich abgebaut. Ehe und Familie als Kernzelle der Gesellschaft werden dann nicht mehr ausschliesslich aus einem Mann und einer Frau sowie deren leiblichen Kindern bestehen. Neben der monogamen Beziehung zwischen Mann und Frau können dann alle weiteren denkbaren Beziehungen und Familienbildungen möglich sein. Die homo-, bi- oder transsexuelle Lebensart wird der heterosexuellen gesellschaftlich vollkommen gleichgestellt. Auch Polygamie wird kein Unwort mehr sein, bei dem man sich schämt.

Der Begriff „Gender“ kommt vom lateinischen „Genus“, der vor allem für das grammatische Geschlecht verwendet wird. Im Gegensatz zum Begriff der „Sexualität“, der das natürliche biologische Geschlecht meint, soll „Gender“ das sogenannte soziale Geschlecht bezeichnen. Was bedeutet das? Das soziale Geschlecht wird durch eine Person frei gewählt. Daraus wird auch die sexuelle Orientierung unabhängig vom biologischen Geschlecht gewählt und der Mensch entscheidet frei, ob er hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben will. Es ist das Ziel der Gender-Ideologie, dass jede sexuelle Identität als gleichwertig akzeptiert und anerkannt wird. Heirat und Kinderadoption wird für alle Lebensformen möglich.

Nun hat der Bischof von Chur, Vitus Huonder, in seinem Hirtenbrief vom 10. Dezember 2013 zum Tag der Menschenrechte unmissverständlich gegen diese Ideologie Stellung bezogen. Unter dem Titel „Gender – die tiefe Unwahrheit einer Theorie“ stellt der Bischof in einfachen und klaren Worten der Gender-Theorie die biblische Schöpfungsordnung entgegen. Er stellt fest, dass das biologische Geschlecht gottgegeben ist und somit nicht durch kulturelle Theorien aufgehoben werden kann. Ehe und Familie in der biblischen Definition befähigen uns, die Aufgabe als Eltern, als Vater und Mutter, im richtigen Rahmen auszufüllen und so die Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen. Die leiblichen Eltern sind dazu berufen, dem Kind die notwendige Liebe und Geborgenheit zu schenken, damit es sich auf natürliche und gesunde Art entwickeln kann. Bischof Huonder schreibt: „Die Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung. Eine unmoralische sexuelle Aufklärung zerstört in den Heranwachsenden jedes Feingefühl.“ Damit erteilt er auch einer Frühsexualisierung der Kinder durch Kindergarten und Schule eine klare Absage.

Ebenso sieht der Bischof das Recht auf Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit in Gefahr, da in öffentlichen Diskussionen und den Medien zunehmend nur noch die Argumente im Sinne der Gender-Theorie toleriert werden. Nicht zuletzt wird durch „den Genderismus die Sicht des Glaubens verdunkelt“, so der Bischof wörtlich. Denn Gott liebt seine Gemeinde durch Jesus Christus, wie der Bräutigam seine Braut. Und die Gemeinde wartet sehnsüchtig auf die Vereinigung mit Christus wie die Braut auf ihren Bräutigam wartet. Dieses Bild zieht sich durch das gesamte neue Testament und zeigt anhand der Verlobung und Ehe zwischen Mann und Frau, wie unsere Glaubensbeziehung als Christen eine innige Gemeinschaft mit Gott sein soll. In der Quintessenz wird Papst Benedikt XVI. mit den folgenden Worten zitiert: „Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen.“

Es erstaunt nicht gross, dass die Reaktionen in den Medien bisweilen heftig ausfielen. Die NZZ schreibt: „…Dennoch verwundert, dass ein Bischof in der Adventszeit eine derart unfrohe Botschaft vermittelt, dass er einen ideologischen Kampf sucht, dabei gewisse weltanschauliche und gesellschaftliche Tendenzen angstvoll grotesk überzeichnet...“ (NZZ, 9.12.2013). Für Rolf Trachsel von der Schwulenorganisation Pink Cross geht es gar um „tiefes Stammtischniveau“ und „billige Polemik, die jede Menschenfreundlichkeit vermissen lässt“ (NZZaS, 8.12.2013).

Man braucht nicht Katholik zu sein, um den Worten des Bischofs folgen zu können. Das klare christliche Grundverständnis, das hier zugrunde gelegt wird, ist für jeden Christen, der die Bibel als sein Lebensfundament annimmt, nachvollziehbar und die Wahrheit. Es wäre wünschenswert, wenn sich noch weitere Exponenten des christlich-geistlichen Standes in einer ebenso allgemein verständlichen Art und Weise zu unseren christlichen Werten stellten. Der Kompass muss für uns Christen auf Gott und sein Wort ausgerichtet bleiben. Denn wenn die Gender-Ideologie in unseren Schulen Fuss fasst, dann wird unseren Kindern eine völlig verdrehte Welt vorgegaukelt. Die PH Bern hat die Konsultation zum Lehrplan 21 im Kanton Bern ausgewertet und erwähnt in ihrem Bericht: „Unabhängig von den Vorschlägen wird deutlich, dass der Gender-Thematik mehr Bedeutung beigemessen werden muss“ (PH Bern, Konsultation Lehrplan 21, 13.12.2013). In Baden-Württemberg soll die Vermittlung von Wissen über unterschiedliche sexuelle Orientierungen im neuen, ab 2015 gültigen, Lehrplan verankert werden. Dagegen hat ein Realschullehrer eine Online-Petition mit dem Titel „Zukunft - Verantwortung - Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ gestartet, die bis jetzt schon über 100‘000 Unterschriften bekommen hat (Süddeutsche.de, 12.1.2014). Es ist auch für cft ein Kernanliegen, dass die Gender-Ideologie nicht über die Lehrpläne Eingang in den Unterricht unserer Kinder findet. Wie die Frühsexualisierung ab dem Kindergarten zerstört „Gender“ den natürlichen Entwicklungsprozess unserer Kinder, entzieht den Eltern die Erziehungsverantwortung und schafft die Voraussetzung zu einer schädlichen Vereinnahmung einer ganzen Generation.

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