Bisher machte der Lehrplan 21 vor allem wegen des Bereichs Sexualpädagogik von sich reden. Ein weiteres die Gemüter erregendes Thema bildet die Ausgestaltung des Religionsunterrichts im neuen Lehrplan.

Das Vorhaben, die verschiedenen kantonalen Lehrpläne in der Schweiz aufeinander abzustimmen, ist per se nicht negativ. Im Gegenteil. Es macht Sinn, dass die Bildungsdirektionen der Kantone sich darüber Gedanken machen, was junge Menschen am Ende der Volksschule wissen und können sollen.

Es gibt aber Bereiche, deren Regelungen stark in den Kompetenzbereich der Eltern eingreifen. Davon ist auch der Religionsunterricht betroffen. Dieser Bereich war bisher stark von der kirchlichen Seite belegt. In vielen Kantonen gab es ein separates Fach „Biblische Geschichte“.

Im Kanton Zürich wollte die Regierung 2003 aus Spargründen das Fach ersatzlos streichen. Das Vorhaben erweckte jedoch den Widerstand vieler und in kürzester Zeit kamen 50‘000 Unterschriften zusammen, welche sich für die Beibehaltung aussprachen.

Das führte dazu, dass die Biblische Geschichte nicht vollständig aus den Zürcher Schulen verschwunden ist. In der Unterstufe wird sie noch unterrichtet. Doch die Abwendung vom ursprünglichen Ziel, den Kindern die Geschehnisse aus der Bibel näher zu bringen, ist beschlossene Sache.

Weg vom Glaubensbezug
Die „Neue Zürcher Zeitung“ widmete dem Thema Religion eine Sonderbeilage in ihrer Ausgabe vom 26. Oktober. Gemäss einem Artikel, der sich mit den Plänen für den Religionsunterricht befasste, soll das Fach Religion auf der Sekundarstufe im Fachbereich Ethik, Religionen (sic!), Gemeinschaft angesiedelt werden.

Es wird angestrebt, dass so genannte „neutrale“ Lehrkräfte das Wissen über Religionen weitergeben. Dabei sollen die grossen Weltreligionen gleichgestellt werden. Anscheinend sind Lehrerinnen und Lehrer, die sich klar zum christlichen Glauben bekennen, ein Störfaktor geworden.

Der Religionsunterricht verkommt zu einem reinen Vermitteln von Traditionen und Ritualen aus allen Weltreligionen. Des Weiteren ist der Unterricht für alle obligatorisch. Dadurch wird die Erziehungsverantwortung der Eltern im Bereich Religion eingeschränkt. Das Christentum, als unsere Wurzel, erfährt eine Rückstufung und hat keine Priorität mehr. Wir entfernen uns weiter von den Werten, auf denen unser Land gegründet wurde.

Christliche Kreise wehren sich
Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) hat zum Vorhaben der Gleichsetzung aller Religionen im Lehrplan 21 ein Positionspapier mit neun Postulaten verfasst. Darin spricht sie sich klar für einen Religionsunterricht aus, der sich am Glauben orientiert und auch von Lehrkräften unterrichtet wird, die „den christlichen Glauben wertschätzen“, wie es in der Pressemitteilung der SEA heisst.

Unsere Kultur basiert auf einem christlichen Fundament. Einzelne kantonale Schulgesetze nehmen einen klaren Bezug auf die christlichen Wurzeln. Dieser Tatsache muss auch im neuen Lehrplan 21 Rechnung getragen werden. Kirchliche und freikirchliche Kreise sowie die Elternschaft müssen sich zu Wort melden, wenn sie wollen, dass die christlichen Werte weiter im Schulbereich vermittelt werden. Kinder und Jugendliche, die keinen Bezug mehr zum Glauben haben, können dessen Werte nicht verstehen. Es sind dies „Nächstenliebe, Dienstbereitschaft und Ringen um Versöhnung“ (gemäss SEA), auf die unsere christliche Kultur baut. Das Ringen geht also um mehr als nur um ein Schulfach. Es geht um die Eckpfeiler, auf die unser Land aufgebaut ist. (WM)

Reaktionen notwendig!
Da der Religionsunterricht kantonal geregelt wird, ist es notwendig, dass Kantonsräte und regionale Politiker auf das Thema angesprochen werden. Vor allem Vertreter christlicher Parteien können sich in den kantonalen Parlamenten aktiv für einen christlichen Religionsunterricht einsetzen.
Die neun Postulate der Evangelischen Allianz (SEA) sollten ihnen zugestellt werden.
Weiter ist es wichtig, dass Eltern Kirchen- und Gemeindeleiter ansprechen und sie motivieren um öffentlich Stellung zu nehmen.

Informiert bleiben!

 

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