Leben und Leben lassen

Wie in den letzten Jahren traf sich auch diesen September eine Vielzahl von Christen unterschiedlicher Denominationen in Zürich um sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder einzusetzen. Der Marsch für s’Läbe hat sich seit 2009 als ein alljährlicher Event für Christen etabliert, die Gesellschaft auf das legalisierte Unrecht der Abtreibung aufmerksam zu machen. Es war sowohl für die Veranstalter als auch für die marschierenden Christen ermutigend zu sehen, dass die Nummer der Teilnehmer stetig gewachsen ist. Mehr als 2100 Menschen versammelten sich dieses Mal auf dem Turbinenplatz in Zürich.

Unter den diversen Rednern, die die Kundgebung durch persönliche und mitreißende Beiträge bereicherten, hinterließ besonders die Ansprache von Nationalrat Erich von Siebenthal einen bleibenden Eindruck. In einem kurzen und prägnanten Aufruf zum Gebet für die Rückkehr des Schweizer Staates zu seinen christlichen Wurzeln betont von Siebenthal die Eigennützigkeit des Abtreibungsgesetzes und wie dieses im Grunde seiner Natur gegen das Menschenrecht verstößt. „Jeder Mensch hat das Recht auf Leben.“ Ob dieser Mensch nun schon geboren sei oder nicht, solle keine Rolle spielen, denn im Fötus ist schon vom frühesten Stadium alles angelegt, was der Mensch zum Leben braucht. Besonders offensichtlich machte von Siebenthal die Widersprüchlichkeit, die dem Abtreibungsgesetz inhärent ist, als er das Verhalten gegenüber gewollter und ungewollter Schwangerschaften nach der 22. Woche vergleicht. „Durchschnittlich kommen in der Schweiz jedes Jahr 300 Kinder zwischen der 22. und der 27. Schwangerschaftswoche als extreme Frühgeburten auf die Welt. Sie werden medizinisch liebevoll versorgt, gehegt und gepflegt. Auf der anderen Seite werden in unserem Land jedes Jahr um die 40 Kinder ab der 22. Schwangerschaftswoche bis in die Nähe des Geburtstermins legal abgetrieben.“

Wie schwierig schwangeren Müttern die Entscheidung gemacht wird, ein potentiell behindertes Kind auf die Welt zu bringen und dieses nicht abzutreiben, berichtete Sybille Böhlen. Sie und ihr Ehemann sahen sich mit genau dieser Situation konfrontiert, in der sie über das Leben oder Sterben ihres ungeborenen Kindes entscheiden mussten. Nach ernsthaftem Gebet und einer Verbesserung im Zustand des Fötus entschieden sie sich gegen das Anraten des medizinischen Personals, keine Abtreibung vorzunehmen. Des Problems ungewollter behinderter Kinder nimmt sich auch die Organisation Emmanuel aus der Westschweiz an, die mit Gründerin Mireille Udriot an der Kundgebung vertreten war.

Pfarrer Stückelberger und Bischof Eleganti riefen beide zur Liebe für unsere Mitmenschen auf, denn viele der Probleme, die eine Frau zur Abtreibung ihres Kindes bringen können, seien auf einen Mangel an oder ein Sehnen nach Liebe zurückzuführen.  

Keine Liebe für die Kundgebung bekamen die Marschierenden von den lautstarken Abtreibungsbefürwortern zu spüren, welche mit großer Aggressivität versuchten, den Marsch zu stören. Der Polizeischutz konnte in der vorderen Zughälfte schlimmere Zusammenstöße vermeiden, wo es auch im Großen und Ganzen bei lautstarken Angriffen auf den christlichen Glauben und gottesfeindlichen Sprüchen der Gegendemonstration blieb. Im hinteren Zugteil kam es dann aber doch  zu Handgreiflichkeiten. Der Enthusiasmus der Abtreibungsgegner konnte dadurch jedoch nicht gedämpft werden.

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