Sehr geehrter Herr Blatter

Vielen Dank, dass ich mit meinem Anliegen auf diese Weise an Sie gelangen darf. Selbstverständlich hat die FIFA nichts mit den kriminellen Zuhälternetzwerken in Südafrika zu tun. Der Fussball kann auch nichts dafür, dass Kinder entführt werden und als Arbeitssklaven oder in Bordelle verkauft werden.

Stimmt, Menschenhandel ist ein weltweites Verbrechen und nicht nur jetzt wegen dem Fussball-Weltcup ein Problem. Trotzdem hoffen Sie und die FIFA-Verantwortlichen auf viele Fans im Juni. Ebenso hofft die Regierung Südafrikas auf volle Stadien. Der Fussball-Weltcup braucht Fans und die Fans sind die potentiellen Kunden in den Bordellen.

Südafrika ist bereits im Fussballfieber! Unbeaufsichtigte Kinder, Jugendliche, die aus schlechten Verhältnissen kommen, ein hohes Mass an Unwissenheit und Gutgläubigkeit machen diese Kinder zu leichten Opfern. Dazu werden die hoffnungsvollen Jobangebote oft von Familienangehörigen empfohlen. So werden die Jugendlichen weggelockt von zuhause, weit weg transportiert, mit Drogen betäubt und als Sexsklaven ausgebeutet.

Wäre es nicht an der Zeit, ein Wort an die Fans zu richten? Wir dürfen uns als Fussball-Gesellschaft nicht einfach aus der Verantwortung stehlen. Wenn wir dem Problem der Prostitution auch ohnmächtig gegenüberstehen, müssen wir doch klar dagegen Position beziehen. Wissen bedeutet Verantwortung. Unser Schweigen, Ihr Schweigen zum Problem der modernen Sklaverei, unterstützt die Arbeit der Verbrecher.

Es hat in Südafrika einige nicht staatliche Organisationen, die sich für die Bevölkerung einsetzen, wie zum Beispiel Concerned Young People South Afrika (www.preciousyouth.org.za). Teams werden geschult, welche in Kirchen und Schulen die gefährdeten Gruppen über die Tricks der Zuhälter aufklären.

Wir müssen Lärm machen! Wie bei einem entscheidenden Goal! Es geht um weit mehr als um Tore, es geht um Menschenschicksale! Drogen und Waffen kann man nur einmal verkaufen. Aber ein Mensch kann wieder und wieder verkauft, misshandelt und missbraucht werden!

Auf der Homepage der FIFA schreiben Sie den Fans, dass die FIFA fest entschlossen sei dafür zu sorgen, dass dem gesamten afrikanischen Kontinent nach dem Turnier ein wertvolles, umfangreiches Erbe bliebe. Aber ob der Fussball-Weltcup Südafrika zum Sieg führt oder in die Katastrophe hängt sehr vom Verhalten der Fans ab und von der Entschlossenheit der FIFA, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Ich wünsche Ihnen Mut, den Menschenhandel in Südafrika anzusprechen, zu verurteilen und die Fans zu Fair Play herauszufordern. Zeigen Sie denen, welche dieses unmenschliche Geschäft unterstützen, die rote Karte!

Stand up against modern day slave trade!

Monika Dätwyler, Kaltbrunn

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