Die schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat am 26. Januar 2012 auf die mit 91‘816 Unterschriften eingereichte Petition gegen die Sexualisierung der Volksschule geantwortet. Auf der einen Seite ist es erfreulich, dass aus dieser Antwort eine gewisse Sensibilisierung zum Thema ersichtlich ist. Es wird z.B. klar in einem Grundsatzpapier festgehalten, dass der Sexualkundeunterricht erst ab Ende der Primarstufe beginnt und die primäre Erziehungsverantwortung der Eltern in der Sexualerziehung wird nicht in Frage gestellt. Die EDK hält ausserdem fest, dass die Kantonsregierungen auch weiterhin die Verantwortung für den Sexualkundeunterricht in den Schulen übernehmen werden.

Auf der anderen Seite bleibt die Antwort aber im Grundsätzlichen haften und relativiert die konkreten Fallbeispiele der Petitionäre als „irreführend“ und als „Behauptungen, die zurückzuweisen sind“. Wenn es sich bei den Beispielen auch tatsächlich nicht um flächendeckende Vorkommnisse handelt und die so genannten „Sexboxen“ vorerst nur in Basel-Stadt ein Thema wurden, so sind es doch Tatbestände, die den Weg in die Schulzimmer gefunden haben. Auch dass das Grundlagenpapier des Kompetenzzentrums Sexualpädagogik der PHZ für den Lehrplan 21 nicht massgebend sei, ist nur die halbe Wahrheit. Die Exponenten des Kompetenzzentrums sind nämlich auf der Expertenebene sehr wohl in die Arbeit der Ausgestaltung des Lehrplans 21 eingebunden und auch in der Lehrerausbildung an den pädagogischen Hochschulen (PH) und in Fachtagungen zum Thema findet die Arbeit des Kompetenzzentrums ihren Eingang bei den angehenden und bereits beruflich tätigen Lehrerinnen und Lehrern. Auf die Frage, wie weit aus Sicht der EDK der Sexualkundeunterricht obligatorisch oder freiwillig stattfinden soll, wird nicht weiter eingegangen. Dazu wird auf die bisherigen Regelungen in den Kantonen verwiesen.

Die starke Resonanz auf die Petition in nur drei Monaten hat gezeigt, dass das Thema vielen Menschen ein Anliegen ist. Eine verfrühte und zwangsweise angeordnete Aufklärung durch die Schulen wird nicht einfach gutgeheissen. Durch die Petition wurde solchen Bestrebungen in aller Öffentlichkeit ein arger Dämpfer versetzt. Dies ist auch aus der Antwort der EDK ersichtlich, die deshalb versucht, die belegten Vorkommnisse zu relativieren. Man darf es somit nicht damit bewenden lassen. Als nächster Schritt ist eine Volksinitiative für die Einführung von verbindlichen Leitplanken zum Sexualunterricht in den Schulen notwendig. Konkrete Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen und es dürfte wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis diese offiziell lanciert werden wird. Dazu berichtete die SonntagsZeitung kurz am 19. Februar 2012:

Volk soll über Sexualkundeunterricht abstimmen
Wann und von wem dürfen Kinder aufgeklärt werden? Diese Frage soll bald das Schweizer Volk beantworten. In den nächsten Monaten wird das Elternkomitee Basel-Stadt eine eidgenössische Volksinitiative „Gegen die Sexualisierung von Kindergarten und Primarschule“ lancieren. „Wir sind derzeit daran, den Initiativtext zu beenden. Wir wollen nicht, dass Vier- bis Neunjährige obligatorischen Sexualkundeunterricht erhalten“, sagt Benjamin Spühler, Gründer des Basler Elternkomitees. Die SVP wird sich nicht an der Initiative beteiligen. „Die offiziellen Organe werden sich später zum Thema äussern“, sagt Alt-Nationalrat Ulrich Schlüer in der SonntagsZeitung. „Wir werden die Initiative aber sicher ideell unterstützen.“ Auch ohne die aktive Mithilfe der SVP dürfte die Unterschriftensammlung aus Basel einiges an Schlagkraft entwickeln. Wie sehr das Thema bewegt, zeigte sich letzten Sommer, als ein Petitionskomitee in drei Monaten rund 91 800 Unterschriften gegen die „Frühaufklärung“ sammelte.

Auch cft wird sich, wie schon bei der Petition, weiterhin für den Schutz der Kinder vor einer verfrühten Sexualaufklärung durch die Bildungsinstitutionen einsetzen und begrüsst die bevorstehende Lancierung einer entsprechenden Volksinitiative.

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