William Wilberforce (1759 - 1833), britischer Politiker, wurde als 21-Jähriger als Abgeordneter von Hall ins britische Unterhaus gewählt und konvertierte während einer Reise durch den Kontinent 1784 zum evangelischen Protestantismus. Er wollte seine politischen Möglichkeiten als Abgeordneter nützen und sah sein Mandat als eine von Gott gegebene Berufung an.

Aufgewühlt durch die prekären sozialen Verhältnisse und die weit verbreitete Armut startete er 1787 die Bewegung zur Reform der Sitten (Proklamation Society), aus der auch der Kampf zur Abschaffung der Sklaverei hervorging. Während fast 20 Jahren stellte er, mit zwei Ausnahmen, jährlich einen Antrag im Unterhaus zur Abschaffung des Sklavenhandels. Er unterstützte jede Bewegung, die ihn diesem Ziel näher brachte. Schlussendlich stimmte das Unterhaus 1807 seinem Antrag zu. Jedoch dauerte es noch weitere 16 Jahre, bis die Sklaverei in Grossbritannien endgültig abgeschafft war.

Ein weiteres Verdienst seiner Tätigkeit war der freie Zugang englischer Missionare nach Indien. Die mächtige East India Company widersetzte sich der Missionstätigkeit im Subkontinent. Die schrecklichen Praktiken wie Witwenverbrennung und die Tötung von neugeborenen Mädchen sowie die Benachteiligung der Frauen brachten ihn zur Überzeugung, dass nur durch die Verbreitung des Evangeliums eine gesellschaftliche Veränderung erwirkt werde könne. Dadurch sollten diese Missstände unterbunden werden. Nach einer eindringlichen dreistündigen Rede von Wilberforce stimmte das Unterhaus 1813 dem Charter Act zu, welcher die Behinderung der Missionsarbeit in Indien untersagte. (WM)

Zitate:
„Mir erschien die Verderbtheit des Sklavenhandels so enorm, so furchtbar und nicht wiedergutzumachen, dass ich mich uneingeschränkt für die Abschaffung entschieden habe. Mögen die Konsequenzen sein, wie sie wollen, ich habe für mich beschlossen, dass ich keine Ruhe geben werde, bis ich die Abschaffung des Sklavenhandels durchgesetzt habe.“ (vor dem Unterhaus)

„Mein Weg ist ein öffentlicher Weg. Mein Geschäft ist in der Welt; und ich muss mich unter die Menschen mischen oder den Posten aufgeben, den die Vorsehung mir anscheinend zugewiesen hat.“ (aus seinem Tagebuch zur Entscheidung nicht in vollzeitigen Dienst zu gehen)
Quelle: Os Guinness: Von Gott berufen - aber zu was?

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