Kürzlich hat in Deutschland das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) eine Umfrage zum Stellenwert von christlichen Werten in der heutigen Gesellschaft durchgeführt.

Diese kommt unter anderem zum Schluss, dass sich die Vorstellungen von einer christlich orientierten Politik und einer konservativen Politik deutlich voneinander unterscheiden. Haltungen, die eng mit christlichen Werten verknüpft sind, werden nicht einer christlichen Politik, sondern einer konservativen Politik zugeschrieben. Darunter fallen zum Beispiel die Ablehnung der Abtreibung sowie die Ablehnung der Gleichstellung von homosexuellen Paaren mit der klassischen Ehe. Daraus wird ersichtlich, dass sich die Vorstellung, was christliche Werte sind, vermehrt von biblisch fundierten gesellschaftlichen Werthaltungen abzulösen beginnt.

Die Studie geht den Ursachen dieser Tatsache nicht weiter nach. Dies kann auch an dieser Stelle nicht nachgeliefert werden, doch regt diese Feststellung zu einem kurzen Gedanken an. In unserer westlich geprägten Gesellschaft sind die familiären Werte regelrecht erodiert. Drei Grundlagen, auf denen nach dem christlichen Verständnis die Familie und somit unsere Gesellschaft aufgebaut sind, wurden bis heute bereits vollständig oder immer weitergehender aufgelöst. Die erste Grundlage ist, dass es zum Zusammenleben einen Trauschein benötigt. Eng damit verbunden ist die Forderung, dass eine intime Beziehung von Mann und Frau nur innerhalb der Ehe ihren Platz hat. Die Zeiten sind längst vorbei, wo dies noch Gültigkeit hatte. Galt das Konkubinat bis vor wenigen Jahren noch als strafbar, lebt man in der heutigen Zeit einfach wie Eheleute zusammen, wenn man sich gern hat. Hauptsache man wird glücklich dabei und wenn es nicht mehr so ist, trennt man sich halt wieder. Damit kommt die zweite Grundlage: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Ehescheidung wird  zwar immer noch als tragisch empfunden, wenn Kinder davon betroffen sind, sie ist aber längst akzeptiert und wird auch weitherum praktiziert. Statt sich auch in schwierigen Zeiten zusammenzuraufen und zu lernen, wie man eine tragfähige Beziehung aufbaut, gilt je länger je mehr, sich selbst zu verwirklichen. Hier wäre dann die dritte Grundlage, welche sagt, dass eine Ehe aus Mann und Frau besteht. Gleichgeschlechtliche Paare sind heute weitherum akzeptiert oder zumindest toleriert und bekommen zunehmend auch gleiche Rechte. Es können gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen werden und in einigen Ländern ist sogar schon Heiraten möglich. Als Nächstes ist das Adoptionsrecht für diese Paare bereits auf der politischen Agenda platziert. Da braucht es keine prophetischen Gaben mehr, um vorauszusagen, wohin der Trend der allgemeinen Meinung gesteuert werden soll. Ehe und Familie sollen aus den biblischen Leitlinien herausgebrochen werden und allen möglichen Lebensformen zur Verfügung stehen.

Die genannten Grundlagen werden nicht mehr zwingend als christlich wahrgenommen. Sie werden als konservativ empfunden, womit die „bestehende Form bewahrend“ gemeint ist. Dieser Umstand sollte uns Christen zu denken geben. Wie weit ist diese Denkweise bereits in unsere Gemeinden eingedrungen? Wie viel gilt es uns noch, eine Ehe moralisch rein zu beginnen? Freundschaften und daraus folgend die Diskussion, wo denn eine Grenze zur Ehe zu ziehen ist, prägen heute viele Jugendliche in christlichen Glaubensgemeinschaften und Gemeinden. Auch dass allein der Tod mich von meinem Ehepartner scheidet, ist heute nicht mehr unangefochtene Realität in christlichen Gemeinden. Eheleute, die bewusst unter Gottes Schirm geheiratet haben, lassen sich scheiden, weil sie sich auseinandergelebt haben. Der nächste Schritt wird dann sein, dass wir der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft durchaus eine gewisse Berechtigung zugestehen möchten. Wodurch lassen wir Christen uns beeinflussen? Ist es der Geist der Zeit oder ist es der Geist Gottes, der in alle Wahrheit führt (vgl. Eph. 2,1-3)? Wenn das praktische Christenleben nicht mehr als positives und erfolgreiches Beispiel für ein Ehe- und Familienleben aufleuchtet, dann erstaunt es nicht, dass sich die Gesellschaft immer weiter weg von diesen Grundlagen entfernt.

Informiert bleiben!

 

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
Invalid Input